Profi- und Hobby-Sternkundler treffen sich zum Austausch

<b>Astronomie-Experten</b> in der "Harmonie": Paul Hombach(vorne) und Michael Geffert eröffnen das "Science Café".

<b>Astronomie-Experten</b> in der "Harmonie": Paul Hombach(vorne) und Michael Geffert eröffnen das "Science Café".

Jupitermonde und Galaxien-Nebel zum Internationalen Jahr der Astronomie

Bonn. Michael Geffert war ungefähr sieben Jahre alt, als er mit einem alten Opernglas von der Bonner Südstadt aus in den Nachthimmel blickte. Er habe damit sogar die vier großen Jupitermonde beobachten können. Der heute 55-jährige Wissenschaftler vom Argelander-Institut für Astronomie der Bonner Universität erzählte dieses Kindheitserlebnis, um die Faszination der Himmels- und Sternkunde auszudrücken.

Geffert war am Dienstagabend wie 50 weitere begeisterte (Hobby-) Astronome in die Endenicher Kulturkneipe Harmonie gekommen. Dorthin hatte Paul Hombach, Amateur-Astronom und "Springmaus"-Pianist, zum "Astronomischen Science Café" eingeladen.

Wissenschaftsjournalist Daniel Fischer sowie Hobby-Astronome aus dem Internet-Forum Köln-Bonner-Astrotreff tauschten in lockerer Runde Erfahrungen mit gleich gesinnten und interessierten Laien aus. "Wir wollen die Freude an der Astronomie kommunizieren", sagte Hombach.

Geffert wurde vom Rat Deutscher Sternwarten zum zentralen Koordinator für Deutschland im Internationalen Jahr der Astronomie bestimmt, das die UNESCO für 2009 ausgerufen hat. "Wenn Sie irgendwo hinziehen, dann wollen Sie auch wissen, in was für einer Umgebung Sie wohnen. Genau so hat Astronomie auch mit Einordnung zu tun: Wo befinde ich mich?" erklärte Geffert die Philosophie der Astronomie.

Auch Paul Hombach zählt zum Nationalen Komitee des Internationalen Astronomiejahres. Der 44-Jährige spricht vom "schönsten Hobby der Welt, weil es das im wahrsten Sinne des Wortes allumfassendste ist".

Hobby-Astronom Wilhelm Hombach (52) sprach das Problem der "Lichtverschmutzung" an: Immer weiter gehende Lichtquellen im Köln-Bonner-Raum, etwa durch zunehmende Gewerbegebiete, erschwerten die Himmelsbetrachtung. "Galaxien-Nebel ist eigentlich kaum noch zu beobachten", meinte er. "Das Problem betrifft ja nicht nur uns, sondern auch Vogelzug und Schlafverhalten."

Himmelsbeoachtung der Volkssternwarte Bonn im Hofgarten am Samstag, 7. März (19 - 23 Uhr bei gutem Wetter). Weitere Termine für Bonn und Region zum Internationalen Jahr der Astronomie unter www.astrobonn.de