Post will den Presseclub mieten

Ob das denkmalgeschützte Gebäude wieder für Medien und andere Institutionen geöffnet wird, steht noch nicht fest

Bonn. (ly) Jahrelang stand der Presseclub leer - ab Mitte kommenden Jahres kommt wieder Leben in das Haus: Die Post mietet vorbehaltlich der Zustimmung des Betriebsrates den Club von seinem Eigentümer Marc Asbeck und will es als weitere Kantine nutzen, sagte der Kommunikationschef des Konzerns, Manfred Harnischfeger, dem GA auf Anfrage.

Ob das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gebäude dann auch von Medienvertretern oder anderen Institutionen genutzt werden kann, stehe noch nicht fest. Harnischfeger: "Generell schließe ich das nicht aus; aber die Frage muss noch entschieden werden."

Das Objekt in der Heinrich-Brüning-Straße hatte der Bund vor nunmehr 30 Jahren gebaut - als Treffpunkt für Journalisten mit Politikern, Beamten und Lobbyisten in der damaligen Bundeshauptstadt. Nach dem Berlin-Umzug im Herbst 1999 waren dort die Lichter ausgegangen. Zwei Jahre später hatte der Bund die Immobilie der Stadt übertragen, wobei als Zweckbindung die Errichtung eines Kommunikationszentrums vorgesehen war.

Doch den bisherigen Pächtern war es nicht gelungen, den Presseclub wieder zu aktivieren. Daher verhandelte die Stadtverwaltung mit dem Bund, der von vornherein deutlich machte: Wir wollen das Haus nicht mehr haben. Allerdings stimmte er dem Vorschlag der Stadt zu, den Erlös aus dem Verkauf in den Rücklagetopf für das World Conference Center Bonn (WCCB) einzuzahlen; mit dem Erlös aus diesem Topf kann die Stadt ein mögliches Defizit beim Betrieb des Internationalen Kongresszentrums ausgleichen.

Als Anfang Januar dieses Jahres der Bonner Kaufmann Marc Asbeck der Stadt das Angebot unterbreitete, die Immobilie für 1,7 Millionen Euro kaufen zu wollen, griff sie zu: Am 24. Januar beschloss der Rat den Verkauf an Asbeck, der nun mit der Deutschen Post AG einen langfristigen Mieter gefunden hat.

Betrieben werden soll das Haus vom derzeitigen Pächter der Kantine im Tower, sagte Manfred Harnischfeger. Er wies darauf hin, dass diese Kantine an ihre Kapazitätsgrenze stoße, zumal nebenan der Post-Campus ausgebaut werde, in dem es 2 000 zusätzliche Arbeitsplätze gebe (im Tower sind es etwa gleich viele); etwa die Hälfte dieser Mitarbeiter ist bereits dort eingezogen.