"No-Go-Areas" in Bonn

Polizei widerspricht Gefährdungsszenario

Gefahrengebiet

Ein Gefahrengebiet wie zuletzt in Hamburg ist für Bonn nicht zu erwarten. Foto: Axel Heimken

27.01.2014 BONN. Die Polizei ist kaum noch imstande, die Sicherheit in Deutschlands Städten flächendeckend zu gewährleisten. In einem Papier forderte die Gewerkschaft der Polizei am Montag mehr Präsenz der Polizei auf den Straßen, verstärkte Videoüberwachung, Alkoholverbote in der Öffentlichkeit und einen besseren Schutz von Sicherheitskräften vor Schlägern. Auch in Bonn kam vor drei Monaten die Diskussion über gefährliche Gegenden, sogenannte No-Go-Areas, auf.

Wie berichtet, hatte das Godesberger Steinke-Institut, ein Sprachenschule, seine Schüler vor bestimmten Gegenden gewarnt. Schon damals hatte die Bonner Polizei dem vehement widersprochen, und auch am Montag bestätigte Christoph Schnur von der Pressestelle der Polizei: "Man kann in Bonn überall hingehen. Ein Pauschalisieren einzelner Stadtteile als unsicher wird der Realität nicht gerecht."

Auch Udo Schott von der Bonner GdP-Kreisgruppe ist der Meinung, dass "man in Bonn nicht von "No-Go-Areas" reden kann. Dennoch gibt es auch hier Orte, bei denen ich von einer erhöhten Gefahrenlage reden würde." Schnur versicherte, die Bonner Polizei habe ihren gesamten Zuständigkeitsbereich ständig im Blick und werte das Kriminalitätsgeschehen fortlaufend aus.

"Wenn wir Brennpunkte erkennen, schreiten wir sofort und konsequent ein. Auffälligen Kriminalitätsentwicklungen oder beginnenden Tatserien treten wir mit dem Einsatz von Ermittlungsgruppen, einer Erhöhung der Präsenz und dem gezielten Einsatz uniformierter und ziviler Kräfte entgegen." Dies belegten zahlreiche Beispiele.

Schott gibt zu bedenken, dass gerade "der Streifendienst bei der Abarbeitung von Einsatzaufträgen oft am Limit arbeitet. Daher rührt unsere Forderung nach einer besseren Personalausstattung." Das gelte auch bei Videoüberwachungen, die das NRW-Polizeigesetz an besonders gefährdeten Orten zulasse. "Wie Ermittlungserfolge zeigen, ist die Video-Überwachung durchaus ein Mittel, Straftaten zu verhindern beziehungsweise deren Aufklärung zu erleichtern." Dies aber nur bei ausreichend Personal. (Frank Vallender)