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Mord an Bonner
Polizei sucht weiteren Verdächtigen
GA
BONN/AACHEN. Im Fall des ermordeten Mannes aus Bonn fahndet die Polizei nach einem dritten Verdächtigen. Franky Gri (36) stehe im dringenden Verdacht, am Überfall auf den Bruder des Getöteten beteiligt gewesen zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft Aachen mit. Es gebe zudem Anhaltspunkte, dass Gri auch beim Mord an dem 46-jährigen Bonner dabei gewesen sei.
Franky Gri soll an zumindest einem der Verbrechen beteiligt gewesen sein. Foto: Polizei Aachen
Der Mann aus Beuel ist nach dem Stand der Ermittlungen am Abend des 21. Oktober auf einem Parkplatz bei Wassenberg (Kreis Heinsberg) erschlagen worden. Die Täter legten den Leichnam in einer Bauruine auf einem Waldgrundstück ab. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie danach den Bruder des Opfers, einen 50-jährigen Arzt aus Wassenberg, telefonisch in einen Wald bei Maria Hoop (Niederlande) lockten.
"Dort schlugen drei Männer in Tötungsabsicht derart wuchtig auf ihn ein, dass er schwere Kopfverletzungen davontrug", erklärte Oberstaatsanwalt Peter Jansen. Dem Opfer gelang die Flucht.
Der Arzt kannte nach GA-Recherchen mindestens einen der Angreifer und nannte der Polizei dessen Namen: Es handelt sich um einen Wassenberger (65), der nun als Hauptverdächtiger in Untersuchungshaft sitzt - ebenso wie ein 44-jähriger Komplize. Der 65-Jährige bewohnt mit seiner Familie ein großes, repräsentatives Haus in der Nähe der Arztpraxis.
Er soll den Arzt und dessen Eltern um zwei Millionen Euro erleichtert haben. Er versprach laut Staatsanwaltschaft traumhafte Renditen durch Investitionen in Gold, Antiquitäten und Schmuck. Als das Geld nicht zurückkam, machte der Arzt offenbar Druck. Das, so glauben die Ermittler, war Auslöser der Angriffe auf die beiden Männer.
Anwohner in Wassenberg wundern sich, dass der Mediziner auf den 65-Jährigen hereingefallen ist. "Der gilt hier als windige Figur", berichtet eine Gewerbetreibende. "Er handelt angeblich mit Teppichen, hat aber schon vor vielen Jahren mit unseriösen Zinsversprechen Geld gesammelt."
Der 65-Jährige verbüßte nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betruges. Im Zuge der Mordermittlungen stieß die Polizei nun auch auf weitere Betrugsopfer des Mannes. Er schweigt bisher.
Der dritte Verdächtige lebte zuletzt in Krefeld. Er ist 1,76 Meter groß, schlank, wirkt wie ein Südeuropäer. Die Staatsanwaltschaft hat 1500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung führen. Hinweise nimmt die Polizei in Aachen (0241-95770) oder jede andere Dienststelle entgegen.
Artikel vom 09.11.2012
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