Bonner Weihnachtsmarkt evakuiert

Polizei bestätigt Drogenfund in verdächtigen Päckchen

Die Drogen waren zwischen den CDs versteckt.

Die Drogen waren zwischen den CDs versteckt.

Bonn. Am Freitagabend sperrte die Bonner Polizei Teile des Weihnachtsmarktes mehrere Stunden lang ab. Eine unbekannte Person hatte Päckchen mit Drogen in die Briefkästen an der Hauptpost eingeworfen.

Die Polizei hat am Freitagabend gegen 22 Uhr Teile des Bonner Weihnachtsmarkts evakuiert und für mehrere Stunden gesperrt. Gegen 20:50 Uhr sprachen zwei Zeugen Einsatzkräfte der Wache Weihnachtsmarkt an und teilten mit, dass sie wenige Minuten zuvor eine ihnen verdächtige Person im Bereich des Münsterplatzes beobachtet hatten.

Diese habe mehrere kleinere Päckchen in die beiden Briefkästen vor der Hauptpost eingeworfen. Dabei hielt der Verdächtige sein Gesicht in einem Kapuzenpullover verborgen. Die Person habe außerdem Einweghandschuhe getragen.

Polizeikräfte sperrten den Nahbereich auf dem Münsterplatz daraufhin ab – aufgrund der Gesamtumstände wurden Spezialkräfte des LKA NRW alarmiert, die die verdächtigen Postsendungen dann auch unter Einsatz eines Spezialroboters bargen. Die Polizei bestätigte, dass es sich bei dem Inhalt der Päckchen um Betäubungsmittel handele, die zusammen mit den Päckchen sichergestellt wurden.

Die in den fünf kleineren Päckchen festgestellte Substanz wurde dann schließlich von der zusätzlich alarmierten "Analytischen Taskforce" (ATF) der Kölner Feuerwehr untersucht. Die Einheit ist auf chemische Analysen spezialisiert. Besucher wurden aufgefordert, den Weihnachtsmarkt zu verlassen. Gegen 02:50 Uhr wurden die Absperrungen wieder aufgehoben. Am Samstag ist der Weihnachtsmarkt wieder regulär geöffnet.

Albert Lehmann, Einsatzleiter der Bonner Feuerwehr, bezeichnete die Situation zwischenzeitlich als durchaus ernst: „Die Röntgenaufnahmen des LKA hatten nämlich zunächst ergeben, dass sich in dem aufgefundenen Umschlägen ein für uns undefinierbarer Stoff zusammengepresst zwischen einer Art Aluminium befand.“ Das hätte durchaus auch etwas Explosives oder etwas Giftiges sein können, so Lehmann weiter.

Wie dann aber die eigens angeforderten Experten der Analytischen Taskforce der Kölner Feuerwehr schnell herausgefunden hatten, handelte es um etwas Ungefährliches, aber dennoch Verbotenes: Drogen. Teilnehmer des Einsatzes bestätigten dem GA, dass die Täter Marihuana zwischen CDs  gepackt hatten, offensichtlich um den Stoff zu tarnen. Anschließend wurde das Ganze in die Umschläge gesteckt. Insgesamt fünf solcher Taschen wurden nach GA Informationen sichergestellt, darunter ein großer Umschlag, der laut eines Zeugen mit einer vergleichsweise großen Menge Rauschgift gefüllt gewesen war. Die Polizei sprach heute Morgen in Ihrer Pressemitteilung von „Betäubungsmitteln“.

Zusammenarbeit lief geräuschlos

Dazu wollte sich Lehmann mit Hinweis auf die Zuständigkeit der Polizei nicht weiter äußern. Was dem Feuerwehr-Einsatzleiter aber wichtig war zu kommunizieren: „In dieser phasenweise doch recht spannenden und ungewissen Lage am Freitagabend haben sich die Bonner Polizei, das LKA Düsseldorf sowie die Bonner und die Kölner Feuerwehr sehr gut mit Informationen ausgetauscht und völlig geräuschlos zusammengearbeitet.“Dass könne man gar nicht genug loben, so Lehmann weiter, da gerade eine effektive Zusammenarbeitet unterschiedlicher Behörden und Organisationen bei solchen möglichen Gefährdungslagen höchst entscheidend sei.

Laut Polizei habe der etwa 1,85 Meter große Tatverdächtige eine kräftige Statur. Der Mann trug unter anderem eine dunkelblaue Jeans, ein schwarzes Kapuzenoberteil und braune Lederschuhe. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0228-150 entgegen.

Die Päckchen waren nach Angaben der Polizei ordentlich beschriftet. Wohin die kleinen Päckchen gingen, wollten die Ermittler nicht sagen. Sie sollten nach dpa-Angaben innerhalb Deutschlands versendet werden. Drogenfahnder verfolgen die Spur nun weiter. (mit dpa-Material)