Kommentar

Pakete von der Tankstelle

BONN.  Früher war das einfach: Pakete und Einschreiben holte man bei der nächsten Post ab. Heute muss man unter Umständen zu einem Kiosk, in einen Supermarkt oder zu einer Filiale in einem anderen Stadtteil. Für alle, die flexibel und motorisiert sind, kein Problem.

Doch die aktuelle Praxis kann auch zu absurden Situationen führen. Ein Beispiel aus der Nachbarschaft: Da bestellt sich jemand Waren per Internet ins Haus, weil er nicht gut zu Fuß ist. Das Paket kann nicht zugestellt werden.

Es liegt nicht etwa in der per Bus erreichbaren Postfiliale in Endenich, sondern in einer Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Der Nachbar muss sich ins Taxi setzen, um die Sachen abzuholen, die eigentlich bequem ins Haus kommen sollten.

Und die Lösung? Die aktuelle Entwicklung lässt sich sicher nicht zurückdrehen. Doch gerade ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sind darauf angewiesen, dass die Lieferung frei Haus auch klappt. Wenn Shops und Kioske an die Stelle von Postfilialen treten, sollten diese zumindest gut erreichbar sein.

Damit der Postmann nicht vergeblich klingelt, kann man zum Beispiel einen sogenannten "Garagenvertrag" abschließen, damit Pakete einfach abgelegt werden können. Und wer selbst fremde Pakete annimmt, sorgt dafür, dass der Nachbar nicht ins Taxi steigen muss.

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