Prinz Michael I. und Bonna Tiffany I.

Ohne Fahrschein auf jecker Fahrt

16.01.2016 Bonn. Da staunten die Fahrgäste nicht schlecht:  Als sie am Samstagnachmittag mit der Linie 61 von Auerberg nach Dottendorf  fahren wollten, erschien auf den Anzeigetafeln an den Haltestellen der Hinweis: "Prinz- und Bonna-Bahn".

Großes Hallo dann beim Einstieg, denn Prinz Michael I. und seine Bonna Tiffany I. saßen tatsächlich im vollen Ornat und samt ihrer Equipe in der Bahn und verteilten Gummibärchen und Autogrammkarten.

Ursula Herbiniaux war begeistert. Sie war mit ihrer Enkeltochter Viktoria (2)  nur zum Vergnügen in der Bahn unterwegs, weil die Kleine Bahnfahren so liebt. "Ich bin doch eine echte Kölsche, das ist ja klasse hier", sagte die 65-Jährige. Da war Viktoria bereits auf ihrem Schoß eingeschlafen. Um so munterer war eine Truppe, die zwei Stationen später einstieg und in die Lachende Köln-Arena wollte. Darunter Juliane (28) und ihr Vater Andreas (53) aus Leipzig. Beide waren ganz aus dem Häuschen, als sie erfuhren, welche närrischen Majestäten sie da vor sich hatten. "Das ist wirklich super", sagte Juliane, und ihr Vater hätte beinahe vor lauter Freude das Pittermännchen an die Equipe verschenkt, das die Gruppe als Vorrat für einen langen Abend dabei hatte. Doch das verhinderte Juliane im letzten Moment. Soweit geht die Liebe unter Narren dann doch nicht.

Susanna Hidalgo, die mit ihrem Sohn Sennan (8) in der Bahn saß, zückte sofort das Handy, um Fotos vom Bonner Prinzenpaar zu schießen.

"Prinz und  Bonna sollen nah bei den Menschen sein, schließlich kommen sie ja auch aus dem Volke", erklärte Festausschuss-Präsidentin Marlies Stockhorst. Mit dieser Aktion wollte der Festausschuss dafür werben, dass die Jecken in Bonn an den närrischen Tagen, an denen bekanntlich viel Alkohol fließt, das Auto stehen lassen und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen sollen. Prinz Michael und seine Bonna Tiffany genossen die Bahnfahrt sichtlich. Irgendwann gesellte sich eine Kindergeburtstagsgesellschaft zu ihnen, die in einem Museum gefeiert hatte und nun mit den Eltern auf dem Heimweg war. Letztere waren sofort abgemeldet, als die Kinder die Tollitäten entdeckten.

Einen  Kontrolleur brauchten die Jecken auf dieser Fahrt nicht zu fürchten. "Diese Tour ist  gesponsert", sagte Anja Wenmakers von den SWB und lachte.  Trotzdem wusste Prinz Michael auf Nachfrage den Fahrpreis für eine Langstrecke in Bonn, obgleich er aufgrund seiner Arbeitszeiten im Alltag meistens das Auto nutzt. "Die kostet 2,80 Euro", kam es wie aus der Pistole geschossen. (lis)