Nordrhein-Westfalens Umweltminister pflanzt Obstbaum

Im Annaberger Feld wächst eine Allee mit 110 Bäumen

Friesdorf. In zwei bis drei Jahren ist es soweit. Im Annaberger Feld, genauer an der Annaberger Straße, können Bohnapfel und Goldrenette, die Grüne Jagdbirne, Anna Späth (eine Pflaumensorte) oder die Gelbe Knorpelkirsche geerntet werden.

Und Spaziergänger werden sich an einer Obstbaumallee mit der stolzen Länge von insgesamt 1 500 Metern erfreuen, wenn sie zum Annaberger Hof wandern. 65 Apfel-, 30 Birn-, zehn Pflaumen- und fünf Kirschbäume, insgesamt also 110 Obstbäume, darunter viele regionaltypische und alte Sorten, wurden entlang des Weges in den letzten zwei Wochen gepflanzt.

Dabei wurde eine gemischte Aufreihung in der Art einer Streuobstwiese gewählt. Den letzten Baum, einen Apfelbaum, pflanzte am Freitag NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg und vollendete damit die 23. Allee, die im Rahmen der Initiative "100 Alleen" in NRW mittlerweile entstanden ist. Diese Initiative hatte die Landesregierung nach der letzten Landtagswahl gestartet und dafür rund 500 000 Euro bereitgestellt.

Bis Ende der Pflanzperiode 2007 sollen weitere sieben neue Alleen in NRW gepflanzt sein. Uhlenberg hob in einer kurzen Ansprache die Bedeutung von Alleen für das Landschaftsbild und den Klimaschutz hervor. Außerdem kehre mit der neuen Allee ein "Stück Heimat" zurück. Schon im 19. Jahrhundert säumte eine Obstbaumallee beide Seiten des Weges, heute noch an einigen Restexemplaren zu erkennen.

Der Bonner Umweltdezernent Volker Kregel begrüßte das Alleeprojekt und rief andere Flächeneigentümer in Bonn auf, über eine Allee auf ihrem Grundstück nachzudenken. Finanziert wird das Projekt "100 Alleen" zu 80 Prozent vom Land und zu 20 Prozent von der NRW-Stiftung, die durch den Stellvertretenden Präsidenten Wolfgang Schumacher vertreten war.

Die Organisation und Planung der Alleeanpflanzung lag bei der Biologischen Station Bonn, die auch die weitere Pflege übernehmen wird. Der Vorsitzende der Biologischen Station, Andreas Kepper, erinnerte an die rund 10 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die von vielen Helfern der Biologischen Station jährlich geleistet werden und auch das aktuelle Projekt mit ermöglicht haben. Dazu zählen auch die beiden Infotafeln am Anfang und Ende der Allee.

Er habe als Kind noch von den alten Obstbäumen genascht, erinnerte sich Ferdinand Graf von Westerholt, dem zusammen mit seinem Bruder Ignaz das Gebiet rund um den Annaberger Hof im Kottenforst gehört, und der den entsprechenden Streifen Land kostenfrei zur Verfügung gestellt hat: "Ist doch wunderbar, dass das wieder neu entsteht."

Auch der Pächter Hans-Jakob Büsch hatte seine Zustimmung gegeben. Zurückkehren werden, so hoffen die Fachleute der Biologischen Station, auch heimische Insekten oder Feldmäuse. Denn Obstbäume stellen für diese Tierarten wichtige Lebensräume dar. Überhaupt liegen Alleen, von denen es NRW-weit etwa 2000 gibt, derzeit im Trend. Sie werden als "Feinstaubfresser" und CO2-Killer gepriesen.