Stadt warnt

Nicht im Rhein baden

Sebastian von Elstbergen (l.) und Serge Boyarov befestigen ein Schild am Rheinufer.

BONN. Die hochsommerlichen Temperaturen locken viele Menschen wieder ans Wasser. Deshalb warnt die Stadt Bonn dringend davor, im Rhein zu baden und Kinder in den Rheinkribben spielen zu lassen. Aber nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene als geübte Schwimmer können in Bedrängnis geraten.

Die Stadt Bonn weist mit insgesamt 13 großformatigen Schildern auf die Gefahren hin: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich!". Dies liest man am Beueler, Bonner und Bad Godesberger Rheinufer: "Schwimmen Sie nicht im Rhein, auch wenn es noch so verlockend ist. Achten Sie auf Ihre Kinder, damit der 'Strandurlaub' am Rhein nicht mit einer Tragödie endet. Denken Sie daran, dass die von Schiffen erzeugten Wellen eine starke Sogwirkung haben können."

Der Rhein ist eine von Frachtern und Tankern viel befahrene Wasserstraße. Durch die Wasserverdrängung der vorbeifahrenden Schiffe entsteht auch in Ufernähe Sogwirkung. Es ist ein lebensgefährlicher Irrtum, das Baden zwischen den Kribben sei ungefährlich. An den Spitzen der Kribben können gefährliche Strudel Menschen nach unten reißen. Oft wird unterschätzt, dass die Grenze zwischen stehendem und fließendem Wasser nicht langsam verläuft, sondern unerwartet auftritt. Wo der Grund zur Fahrrinne steil abfällt, verliert man plötzlich den Boden unter den Füßen. Mit fallendem Pegel wird die Grenze bis zur Fahrrinne immer geringer. Man kommt also für eine Abkühlung immer näher an die Schifffahrt heran.


Sogwirkung der Schiffe


Schiffe bahnen sich einen Weg durch das Wasser und schieben Wellen vor dem Bug her. Hinter ihnen folgt ein großer Unterdruck-Bereich. Diesem Unterdruck folgen große Heckwellen. Die Wellen, die das Schiff erzeugt, entwickeln eine gefährliche Sogwirkung. Sie können badende Kinder aus dem schützenden Bereich zwischen den Kribben hinaus in die Strömung reißen. Die nächste Sogwelle entsteht, wenn die Wellen aus dem Kribbenbereich wieder herauslaufen. Wenn Kinder bei der Sogwirkung des Schiffes dem sinkenden Wasserstand hinterherlaufen, werden sie von der nachfolgenden Welle erfasst, überspült und mitgerissen.

Außerdem fahren die Schiffe nicht immer in der Mitte. Je näher, schneller und größer das Schiff ist, desto stärker sind die Gefahren, die man nicht unterschätzen darf.


Mehr Infos gibt es auf www.bonn.de/@badenimrhein.