Neubauprojekt in Ippendorf steht auf der Kippe

War's das mit der geplanten Bebauung auf dem Grundstück an der Ferdinandstraße, wo früher das tschechische Konsulat residierte? Das Neubauprojekt, das ein Investor dort vorsieht, ist seit Dienstagabend jedenfalls ordentlich ins Schlingern gekommen.

Ippendorf. War's das mit der geplanten Bebauung auf dem Grundstück an der Ferdinandstraße, wo früher das tschechische Konsulat residierte? Das Neubauprojekt, das ein Investor dort vorsieht, ist seit Dienstagabend jedenfalls ordentlich ins Schlingern gekommen.

Denn: Der Areal Grundstücks- und Bauträgergesellschaft mbH wurde überraschend vorgegeben, den Bürgern im Januar eine neue Planungsvariante vorzustellen, in der die Gebäude allesamt noch einmal eine Etage niedriger sein sollen. Dies als Konzession an die aufgebrachten Anwohner, denen die bisherigen Planvarianten zu hoch, zu massiv und zu nah an ihren eigenen Häusern Auf dem Essig und Im Blumengarten sind.

Kurios war dabei, wie der politische Beschluss zustande kam, an den der Investor jetzt gebunden ist. Denn bei der Abstimmung in der Bezirksvertretung Bonn hatten am Ende SPD, FDP, Bürger Bund und Linke eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme (9:8). CDU und Grüne, die normalerweise mit ihren zehn Sitzen den Ton angeben, wollten dem Investor nicht noch einmal eine abgespeckte Planung zumuten.

Doch für sie ging die Abstimmung gründlich daneben. Und zwar weil zwei CDU-Lokalpolitiker durch Abwesenheit glänzten: Wolfgang Minnich war beruflich verhindert, Nicole Bonnie hatte kurz zuvor wegen eines (vorher angemeldeten) privaten Termins die Sitzung verlassen. Und schon war die Niederlage perfekt, weil sich die gesamte Opposition einig war. Wäre Bonnie noch da gewesen, wäre der Antrag bei Stimmengleichheit abgelehnt worden.

Grundsätzlich hatten zwar alle Fraktionen beteuert, dass der hässliche Klotz an der Ferdinand zugunsten von Neubauten fallen soll, um neuen Wohnraum zu schaffen. Dass der Investor aber versucht, die hohen Abrisskosten durch eine zusätzliche, verdichtete Wohnbebauung aufzufangen, kam besonders bei Achim Kansy (FDP) nicht gut an: "Bei einer Verschlechterung der Situation soll es lieber so bleiben, wie es ist."

Ein Blick auf den Plan zeigt jedoch, dass das heutige Bauvolumen deutlich massiver ist als die geplanten Gebäudevarianten. Und Hartwig Lohmeyer (Grüne) hatte zuvor noch zu bedenken gegeben: "Seien wir ehrlich, die Anwohner werden mit keinem Entwurf zufrieden sein."

Wie geht es jetzt weiter? "Dieser Beschluss macht die Sache nicht einfacher", sagte CDU-Fraktionschef Arno Hospes. Allerdings befindet man sich erst am Anfang des Bebauungsplanverfahrens. Und der Stadtrat hat am Ende das letzte Wort, was gebaut wird.

Der Investor selbst hielt sich mit einer Bewertung zurück, ob er sich angesichts der Schwierigkeiten zurückzieht. "Mit Bedauern" habe das Unternehmen den Vorschlag zur Kenntnis genommen, die derzeit geplante Geschossigkeit des Bauvorhabens weiter zu reduzieren, ließ Geschäftsführer Stephan Perthel mitteilen. "Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund unerfreulich, als dass viele junge Familien in Bonn attraktive Wohnfläche suchen." Man habe eine sehr hohe Anzahl von Interessenten, die an diesen überaus attraktiven Standort ziehen möchten.

Und weiter: "Inwiefern das Projekt noch eine tragfähige Wirtschaftlichkeit ausweist, wird letztendlich auch davon abhängen, was die Stadt als planungshoheitlich befugte Kommune denn nun letztendlich an Ausnutzung beschließen wird." Seine Firma habe die politischen Mandatsträger darauf hingewiesen, dass die direkt benachbarten Grundstücke zum Teil eine deutlich höhere Ausnutzung aufweisen als die Variante, die jetzt in der Bezirksvertretung behandelt wurde.