Konzerte sind Geschichte

Museumsplatz ist leergeräumt

BONN. 20-jähriges Bestehen feiern die Bundeskunsthalle und das städtische Kunstmuseum in diesem Jahr. Beide Häuser wurden am 17. Juni 1992 mit einem großen Fest eröffnet, auf dem auch der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl zu Gast waren. Noch gab es das Zeltdach auf dem Platz zwischen den beiden Häusern nicht, das wurde erst fünf Jahre später nach langer Diskussion errichtet.

Guido Westerwelle, damals schon FDP-Generalsekretär, aber auch noch Chef der Bonner Liberalen, vertrat die Ansicht, dass "von außen sehr genau beobachtet wird, mit welcher Offenheit Bonn diese kulturelle und touristische Chance handhabt". Eine langwierige Diskussion wäre ein "negatives Beispiel für potenzielle Investoren, die auch Arbeitsplätze schaffen, wie in Bonn mit neuen Ideen umgegangen wird", warnte er all diejenigen, die vor allem aus ästhetischen Gründen ein Zelt auf dem Museumsplatz ablehnten.

Der Rat stimmte schließlich für das Zelt, unter dessen Schutz seit 1997 zunächst nur im Sommer Hunderttausende zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen genossen haben. Am Ende der Sommersaison musste es stets abgebaut werden. Das ging ins Geld. Erst im Winter 2004, als die Schlittschuhbahn auf dem Museumsplatz eröffnete, durfte das Zelt stehen bleiben. Dann kam das Aus für die Konzertreihe, auch die Eisbahn wird es dort wohl nicht mehr geben. Jetzt wurde das Zelt für immer abgebaut.

Über die Architektur des Museumsplatzes wurde von Anfang an viel diskutiert: Ursprünglich sollte die sogenannte "Kunstkiste" mit Leihgaben des Kunstsammlers Hans Grothe einen glanzvollen "Schlussstein" in Richtung Emil-Nolde-Straße bilden. Doch das Museum nach Plänen von Herzog & de Meuron (Elbphilharmonie) wurde nicht realisiert. Grothes Pläne, auch in Düsseldorf und Duisburg ein Museum zu errichten, passte den Bonnern nicht.

Die Sammlung Grothe ist heute in der Küppersmühle in Duisburg zu bewundern. Gustav Peichl, Architekt der Bundeskunsthalle, hatte seinerzeit schon konkrete Vorstellungen, wie man den Platz lebendig gestalten kann. Seine Pläne sahen neben einem Hain auch Brunnen und Skulpturenpark vor.

Und was geschieht mit dem Museumsplatz? "Darüber wird zurzeit in einer Arbeitsgruppe nachgedacht", sagte Sven Bergmann, Sprecher der Bundeskunsthalle. "Zunächst muss der Platz hergerichtet werden", der Boden sei durch die jahrelange hohe Belastung völlig verdichtet und uneben. "An vielen Stellen kann das Regenwasser nicht mehr versickern", sagte Bergmann. Er gehe davon aus, dass der Platz zum Museumsmeilenfest vom 7. bis 10. Juni und zur Jubiläumsfeier am 19. Juni fertiggestellt sei, denn dann sollen dort wieder Open-Air-Veranstaltungen stattfinden. Womöglich sogar wieder unter einem Zelt: "Wir haben uns auf der Bundesgartenschau in Koblenz mobile Zeltlösungen angeschaut", so Bergmann, sie seien eine gute Alternative.

 

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