Museum Koenig: Adler erstrahlt in neuem Glanz

Bonn. Die Adler haben es ihm angetan. Die zwei Prachtexemplare, die auf der Dach-Rückseite des Museums Koenig über die Südstadt schauen, sind bereits restauriert, und der Blick des Betrachters bleibt beim Rundgang über das Dach sofort an ihnen hängen.

"Die hatten sogar noch Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg", berichtet Kurator Rainer Hutterer. Jetzt erstrahlen sie in neuer Pracht - so wie bald das gesamte Dach des Museums, das gerade in die Endphase seiner Sanierung geht.

Die Rückseite ist komplett fertig, im vorderen Bereich wird noch gearbeitet. Über vier Jahre hat sich die Sanierung aus haushaltstechnischen Gründen hingezogen, 2012 soll sie abgeschlossen werden. Kostenvolumen: rund 2,8 Millionen Euro, die aus Landesmitteln finanziert wurden. Das gesamte Dach hat unter anderem eine Dämmschicht bekommen und wurde neu mit Schiefer gedeckt, die Kanten mit vorkorrodiertem Kupfer beschichtet, "damit es die alte grüne Kupferoxid-Farbe hat".

Auch die Dachkonstruktion auf dem ursprünglichen Privatmuseum haben die Handwerker erneuert sowie Figuren auf Standfestigkeit überprüft und ausgebessert. Die Dachsanierung schließt formal die jetzt rund zehn Jahre dauernde Generalsanierung ab. Gerade rechtzeitig, denn in diesem Jahr haben die Museumsleute einiges vor. 2012 jährt sich die Grundsteinlegung für das Hauptgebäude des Museums zum 100. Mal.

Geplant sind ein Festakt Ende August sowie eine umfassende Ausstellung, die den Bogen von den historischen Anfängen des Hauses bis zur wissenschaftlichen Arbeit heute spannt. "Die Forschung macht immerhin 80 Prozent unserer Arbeit aus", erläutert die stellvertretende Direktorin und Verwaltungsleiterin Angelika Hünerbein, "das geht leider oft etwas unter". Mit seinen beiden Zentren für "Taxonomie und Evolutionsforschung" und "Molekulare Biodiversitätsforschung" ist das Museum Koenig als Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft eines der bedeutendsten Naturkundemuseen Deutschlands und genießt internationalen Ruf.

Von daher auch der dringende Wunsch nach einer Erweiterung. "Wir konkurrieren mit globalen Instituten. Wir brauchen dringend ein leistungsstarkes Rechenzentrum, mehr Labore und mehr Magazinfläche", unterstreicht Ausstellungsleiter Thomas Gerken. Ein Raumprogramm ist erstellt, aber die Sache liegt erst einmal auf Eis. "Der Wunsch wird verstanden, aber wir haben keine Zusagen über finanzielle Mittel", erklärt Pressesprecherin Sabine Heine.

Ebenfalls dieses Jahr wird eine neue Fassadenbeleuchtung installiert. Im Moment ist das Museum flächig von zwei Scheinwerfern auf der gegenüberliegenden Straßenseite angestrahlt. "Das ist sehr flach, wenig strukturiert", kritisiert Gerken, "wir wollen weg vom Landgerichtscharakter". Richten sollen das neue Scheinwerfer mit Skulpturenlinsen sowie Bodeneinbauleuchten. Entsprechend des thematischen Schwerpunkts des Forschungsmuseums - Artenvielfalt erforschen und erklären - hebt die neue Beleuchtung die Tiermotive der Fassade im Giebel des Portals und in den Brüstungsfriesen im ersten Stock hervor.

Auch die Skulptur auf dem Portaldach und die beiden Figuren auf dem Balkon des Portals werden stärker akzentuiert ebenso wie die ganze Eingangssituation. Die Beleuchtung soll den "Stellenwert des Museums unterstreichen, die Ornamentik des Fassade spannend betonen und die inhaltliche Ausrichtung visualisieren", so der Tenor des neuen Konzeptes.