Tödlicher Angriff bei Aachen

Mord an Bonner vor der Aufklärung

BONN.  Der Mord an einem Bonner (46) in Wassenberg steht offenbar kurz vor der Aufklärung. Gegen zwei Tatverdächtige sei Haftbefehl ergangen, teilte die Staatsanwaltschaft in Aachen mit. Mutmaßliches Motiv sei ein Streit um zwei Millionen Euro gewesen.

Der Bonner war am 23. Oktober mit zertrümmertem Schädel in einer Bauruine am Waldrand bei Wassenberg entdeckt worden. In der Kleinstadt, 60 Kilometer nördlich von Aachen gelegen, lebt der Bruder des Getöteten, ein 50-jähriger Arzt. Im Zuge der Ermittlungen stieß die Aachener Mordkommission auf einen 65 Jahre alten Bekannten des Arztes. Dieser Mann, ebenfalls aus Wassenberg, ist der Hauptverdächtige.

„Der Arzt hat dem 65-Jährigen Geld zur Verfügung gestellt, das dieser gewinnbringend anlegen sollte“, berichtete Oberstaatsanwalt Peter Jansen. Auch die in Bonn lebenden Eltern der Brüder sollen dem Mann einen Teil ihres Vermögens überlassen haben.

Insgesamt sei es um rund zwei Millionen Euro gegangen. Medienberichten zufolge ist der 65-Jährige wegen mehrerer Betrugsdelikte vorbestraft, was die Familie offenkundig nicht ahnte.

Als die versprochenen Gewinne ausblieben, hätten die Brüder auf Rückzahlung des Geldes gedrängt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Möglicherweise war das der Auslöser für einen tödlichen Plan, um den Betrug zu vertuschen. Nach Überzeugung der Ermittler soll der 65-Jährige gemeinsam mit einem Komplizen (44) aus dem benachbarten Wegberg die beiden Brüder einzeln in die Falle gelockt haben.

Zwei Tage vor dem Fund der Leiche sollen die Verdächtigen den Arzt abends in einem Wald brutal attackiert und am Kopf verletzt haben. Dem Opfer sei aber die Flucht gelungen. Der 46-jährige Bruder dagegen wurde tödlich verletzt. Wann und wo, steht noch nicht sicher fest – wahrscheinlich aber auf einem Parkplatz unweit des Fundortes der Leiche.

Dass die mutmaßlichen Täter in beiden Fällen identisch sind, sei den Ermittlern zunächst nicht klar gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Jansen: Der Arzt habe „widersprüchliche Angaben“ gemacht.

Die Haftbefehle gegen die Verdächtigen lauten auf Mord sowie auf versuchten Mord. Der 44-Jährige hat nach Auskunft der Staatsanwaltschaft zugegeben, mit an den Tatorten gewesen zu sein, will aber nicht zugeschlagen haben. Der 65-Jährige schweige bislang. Die Ermittlungen dauern an.

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