Mit der Kennedybrücke Spendengeld erwirtschaften

Die Solaranlage an der Südseite der Kennedybrücke, die derzeit montiert wird, könnte für so manche Bonner Organisationen in Zukunft eine große Hilfe bedeuten.

Bonn. (kf) Die Solaranlage an der Südseite der Kennedybrücke, die wie berichtet derzeit montiert wird, könnte für so manche Bonner Organisationen in Zukunft eine große Hilfe bedeuten. Denn sie sollen in den Genuss der Einspeisevergütung für den Solarstrom kommen, die einmal jährlich ausgezahlt wird.

Der Sponsor der Anlage, die Bonner Firma Solar World, kündigte an, dass mit dem Erlös aus der Anlage lokale Organisationen unterstützt werden sollen. "Wir werden überlegen, wem wir die Vergütung zukommen lassen", sagte Vorstandsvorsitzender Frank Asbeck. "Und es wird jedes Jahr eine andere Organisation sein."

Wie hoch die Spende sein wird, konnte er aus dem Stegreif nicht sagen. Im Mai, wenn die Anlage betriebsbereit ist und den ersten Strom ins Netz einspeist, wollen die Stadt Bonn und das Unternehmen dies bei einem offiziellen Termin auf der Brücke mitteilen.

Selbst hätte die Stadt Bonn sich diese Anschaffung nicht leisten können, machte Tiefbauamtsleiter Werner Bergmann jüngst im Bauausschusses klar. "Die Anlage hätte sich erst nach 22 Jahren, frühestens nach 17 Jahren, amortisiert. Das hätte sich für uns nicht gelohnt." In der jetzigen Konstellation sei es dank des Sponsorings der Bonner Firma ein Nullsummenspiel für die Stadt.

Trotzdem schauten einige Politiker aus dem Bauausschuss etwas bedröppelt. Sie hatten insgeheim offenbar gedacht, die Einspeisevergütung komme dem städtischen Haushalt zugute, um mit dem Geld eine Brückenbeleuchtung zu finanzieren. Denn das Lichtband, das in die Handläufe des Geländers eingebaut werden sollte, wird es erst einmal nicht geben. "Das müssen wir hintenan stellen, weil wir es derzeit nicht finanzieren können", sagte Bergmann.

Die Installation von herkömmlichen Leuchtstoffröhren hätte die Stadt 100 000 Euro gekostet, beim Einsatz von moderner LED-Technik 350 000 Euro. Dafür wären im letzteren Fall die Stromkosten auf 2 000 Euro gesunken, im Vergleich zu 15 000 Euro bei herkömmlichen Beleuchtungsquellen.