Mehr als 2 000 Post-Mitarbeiter ziehen an den Tower

Post-Campus I wird bereits Ende dieses Jahres bezogen - Geschäftsführer kündigt 700 neue Arbeitsplätze an und spricht von einem eindeutigen Bekenntnis zu Bonn

Bonn. 2 000 Post-Mitarbeiter arbeiten bereits im Tower - und mehr als weitere 2 000 ziehen bis Mitte 2009 in neue Büros in unmittelbarer Nähe des neuen Bonner Wahrzeichens.

Dass dieses ehrgeizige Ziel auch eingehalten wird, daran zweifelt Marc Asbeck keinen Augenblick. "Das kriegen wir hin, zumal wir kürzlich den Vertrag auch für den Post-Campus II unterschrieben haben", sagt der Bonner Immobilien-Investor, der das Projekt für den weltweit größten Logistikkonzern baut.

Unter Hinweis darauf, dass "wir sehr langfristige Mietverträge" abgeschlossen haben, betont der Geschäftsführer der Post-Tochter Immobilienentwicklung GmbH, Heinrich Hildesheim: "Damit bekennen wir uns auch eindeutig zum Standort Bonn."

Hildesheim sagte dem GA, etwa ein Drittel der Mitarbeiter, die in den Campus einziehen, kommen von außerhalb. Konkret: die Post schafft etwa 700 neue Arbeitsplätze in Bonn. Die übrigen sind bereits am Konzernsitz tätige Angestellte, deren Büros näher ans Mutterhaus heranrücken.

In 23 Bürogebäuden, übers ganze Stadtgebiet verteilt, sind die rund 7 000 Konzern-Mitarbeiter tätig. Mit dem ersten Bauabschnitt, der bereits Ende dieses Jahres bezogen werden soll, war im Herbst 2006 begonnen worden.

In Verlängerung der ehemaligen niedersächsischen Landesvertretung - Fritz-Erler-Straße/Heinrich-Brüning-Straße - entstehen drei viergeschossige Bauten für 850 Postler, wobei auch die von dem Konzern gemietete frühere Landesvertretung überbaut wird, mit Ausnahme der Rotunde. "Wir liegen voll im Zeitplan", versichert Marc Asbeck.

Eine kurzfristige Bauunterbrechung, bedingt durch den Konkurs des früheren Generalunternehmers, habe keine negativen Auswirkungen gehabt: "Den Rückstand haben wir längst wieder aufgeholt." Die Rohbauten seien fertig, mit dem Innenausbau sei schon begonnen worden, sagt Asbeck. Und die Post hat laut Hildesheim bereits den Belegungsplan für den ersten Bauabschnitt erstellt.

Er bestätigt zudem, dass die Post den Campus II unter Dach und Fach gebracht hat. Danach entstehen bis Mitte 2009 weitere Gebäude an der Fritz-Erler-, Heinrich-Brüning- und Winston-Churchill-Straße. Asbeck investiert nach eigenen Angaben in das Gesamtprojekt mit 50 000 Quadratmetern Bürofläche und 700 Tiefgaragenplätzen rund 150 Millionen Euro.

Integriert in den Post-Campus wird zudem die ehemalige Saarland-Vertretung in der Kurt-Schumacher-Straße 12-14, in der jetzt noch die Solarworld AG sitzt, die Anfang 2009 nach Plittersdorf umzieht.

Gemeinsam mit Asbeck hat das Aachener Architektur-Büro Elmar Manstein für den Campus ein Energiesparkonzept entwickelt - einschließlich energetischer Grundwassernutzung mit Bauteilaktivierung und Nutzung von Solarenergie sowie Lehmputz, Garant für ein besseres Raumklima; auf Klimaanlagen kann somit verzichtet werden.

Marc Asbeck: "In puncto Ökologie müsste es eigentlich Campus 2100 heißen, weil unser Konzept Maßstäbe für die kommenden Jahrzehnte setzt."