Landesvertretungen: Schleswig-Holstein - Schiffsschraube erinnert an die Nordlichter

Aus Anlass des Deutschlandfests vom 1. bis 3. Oktober läuft zurzeit die Serie über ehemalige Landesvertretungen in Bonn. Heute: Schleswig-Holstein.

Bonn. Wie zahlreiche andere Bundesländer residierten auch die Nordlichter aus Schleswig-Holstein fast 50 Jahre an der Kurt-Schumacher-Straße. Das Haus Nummer 26 in der früheren Drachenfelsstraße war 1953 unter dem Ministerpräsidenten Friedrich Wilhelm Lübke vom Land erworben worden.

Der frühere Segelschiffkapitän und Bruder von Bundespräsident Heinrich Lübke machte damals einen guten Schnitt. Er kaufte die noble Villa aus dem Jahre 1932 für 150 000 Mark. 1970 wurde mit dem Nachbargrundstück das zweite Haus erworben. Der damalige Ministerpräsident Helmut Lembke musste dafür bereits 800 000 Mark hinblättern.

Kurz darauf begannen Planungen mit dem Ziel, aus beiden Villen eine homogene Landesvertretung zu schaffen. Die eigentlichen Verbindungsarbeiten begannen allerdings erst Anfang der 80er Jahre und nahmen rund zwei Jahre in Anspruch. Unter Leitung des Kieler Bauamtes wurde ein Mitteltrakt geschaffen.

Ein teilbarer Saal für bis zu 250 Personen, Foyers, zwei Gästewohnungen, drei Gästezimmer und der "Pesel", die gute Stube, kamen hinzu. 1984 feierte man aus Anlass der Fertigstellung ein besonders großes Sommerfest mit rund 2 000 Gästen. Mit viel Flensburger Pils, versteht sich. Und mit Uwe Barschel, der damals Ministerpräsident in Kiel war. Ob beim letzten Sommerfest im Juni 2000 mehr Pils oder Tränen flossen, ist nicht bekannt.

Schon bald jedoch kaufte der Bonner Immobilienkaufmann Marc Asbeck die ehemalige Vertretung, so wie auch noch fünf weitere in der Kurt-Schumacher-Straße. Heute tummeln sich in beiden Häusern die "Mini-Mäuse" eines privaten Kindergartens. Und im Vorgarten der Häuser erinnern drei fahnenlose Fahnenstangen und eine polierte Schiffsschraube an die Nordlichter.