Landesvertretungen: Rheinland-Pfalz - In der Weinstube gab es immer gute Tropfen

GA-Serie Ehemalige Landesvertretungen: Von allen 16 Bundesländern blieben die Rheinland-Pfälzer am längsten in Bonn. Erst im Dezember des Jahres 2000 verließen sie ihre gerade erst zehn Jahre zuvor neu eröffnete Vertretung an der Heussallee.

Bonn. Von allen 16 Bundesländern blieben die Rheinland-Pfälzer am längsten in Bonn. Erst im Dezember des Jahres 2000 verließen sie ihre gerade erst zehn Jahre zuvor neu eröffnete Vertretung an der Heussallee. Damit gingen ziemlich genau 50 Jahre Präsenz des Weinlandes in Bonn zu Ende.

Wie so vieles in Bonn hatte es sehr provisorisch begonnen, als Pfälzer und Rheinländer im Herbst 1949, damals noch gemeinsam mit Vertretern anderer Bundesländer, am Wilhelm-Spiritus-Ufer 4 (später baute auf diesem Grundstück an der Dahlmannstraße das Land NRW seine Vertretung) notdürftig untergebracht waren. Die damalige Adresse hatte dabei weniger mit dem Image als Weinland zu tun als mit dem Namen eines früheren Bonner Oberbürgermeisters.

Auf der Suche nach geeigneten Grundstücken fuhren die damaligen Amtsleiter durch das Regierungsviertel - und fanden in der Schedestraße 1, gleich hinter dem Museum Koenig, eine interessante Bauruine. Die Hausfront war verkleidet mit Mayener Tuffstein - die Rheinländer-Pfälzer schlugen zu und bezogen das Haus am 1. Oktober 1952. Nach dem Hinzukauf des Nachbarhauses Nr. 3 Mitte der 60er Jahre kam gegen Mitte der 70er Jahre noch ein Erweiterungsbau hinzu.

Bis heute schmückt das rheinland-pfälzische Wappen aus Tuffstein das Eingangsportal von Haus Nummer 1, das 38 Jahre lang den Haupteingang in die Vertretung bildete. Über allem schwebte gewissermaßen das ewige Landesthema Wein. Ein Ausdruck war beispielsweise die Weinstube, die Anfang der 50er Jahre vom Bundestagsabgeordneten und Schreinermeister Johann Peter Josten gestaltet wurde. Zu allen Veranstaltungen wurde hier ein guter Tropfen gereicht.

Anfang der 80er Jahre erwarb die Landesregierung eine Doppelhausvilla aus dem Jahr 1912 an der Heussallee (Nr. 18/20). Nachdem weitere Grundstücke an der Heussallee angekauft worden waren, entstand hier ein Neubau für die Landesvertretung, der am 6. September 1990 eingeweiht wurde.

Nach dem Umzug der Rheinland-Pfälzer nach Berlin übernahm zunächst der Verein Bundespensions-Service für Post und Telekommunikation die Gebäude. Heute gehört die Immobilie dem Bonner Kaufmann Marc Asbeck und ist derzeit an ein niederländisches Unternehmen vermietet, das dort mit seinem deutschen Auslandssitz vertreten ist.