Landesvertretungen: Bremen - Die "Kajüte" steht heute in Berlin

Der GA stellt in einer Serie mit Blick auf das Deutschlandfest vom 1. bis 3. Oktober die ehemaligen Landesvertretungen in Bonn vor. Heute: Die Bremer Landesvertretung.

Bonn. Die Geschichte der Bremer Landesvertretung begann 1949 in Bonn. Bremen hatte bereits frühzeitig auf Bonn als Hauptstadt gesetzt und erwarb in der Schaumburg-Lippe-Straße 9 im September 1949 eine Immobilie. Für 150 000 Mark kauften die Bremer eine ausgebrannte Villa in herrlicher Lage direkt am Rheinufer, die nach Instandsetzung im Oktober 1950 eingeweiht wurde.

Erster bremischer Bevollmächtigter am Rhein wurde 1949 Dr. Karl Carstens, der spätere Bundespräsident. Er vertrat die bremischen Interessen bei den Weichenstellungen in der noch jungen Bundesrepublik. Bis zum Berlin-Umzug folgten weitere sieben Männer und eine Frau in diesem Amt. Bremens letzter Bevollmächtigter in Bonn war ein Rheinländer, Erik Bettermann, heute Intendant der Deutschen Welle.

Mit der Zeit wuchsen die Ansprüche an die Landesvertretung und damit deren Aufgaben, und so wurden im Laufe der Jahre mehrere Um- und Erweiterungsbauten notwendig. 1973 wurde das neben der Villa gelegene Bürogebäude mit der Hausnummer 7 angemietet. Im Haupthaus fanden weiterhin die repräsentativen Veranstaltungen statt.

Glanzlicht und Schauplatz vieler Verhandlungen und politischer Debatten war die 1976 eingebaute "Kajüte". Eine Kellerbar, die von einer Bremerhavener Werft im maritimen Stil mit Bullaugen und Schiffsglocke im Untergeschoss des Hauses eingebaut wurde.

Die endgültige Umzugs-Entscheidung fiel im September 1996, als der Bundesrat beschloss, nach Berlin umzuziehen. Die alte Villa in Bonn hatte somit ausgedient und wurde bereits ein Jahr vor dem Umzug an die Deutsche Poststiftung verkauft, die ebenfalls das bis dahin von den Bremern gemietete Haus erwarb. Heute sind die Gebäude das Domizil für die IZA, ein internationales Forschungsinstitut zur Arbeitsmarktforschung.

Die heutige Bremer Landesvertretung in Berlin verbindet moderne Architektur mit dem maritimen Charme, der insbesondere durch den Um- und Einbau der alten "Bonner Kajüte" im Keller dieses Hauses verkörpert wird. Auch ein alter Schiffsanker, der vor dem Haus in Bonn gelegen hatte, zog mit nach Berlin um. Ihre Bonner Vertretung verkauften die Nordlichter übrigens für 4,5 Millionen Euro.