Denkmalgeschützte Gründerzeithäuser sollen Klinikanbau Platz machen

Krankenhaus-Pläne alarmieren Anwohner

BONN. Die Erweiterungspläne des Bonner Gemeinschaftskrankenhauses Sankt Elisabeth/Sankt Petrus haben Anwohner der Südstadt auf den Plan gerufen. Denn einem geplanten Anbau an das Elisabeth-Krankenhaus entlang der Loestraße sollen zwei Gründerzeithäuser zum Opfer fallen.

Dagegen haben die Nachbarn Protest eingelegt. Sie übergaben Stadtbaurat Werner Wingenfeld rund 300 Unterschriften. Sie fordern ihn auf, den Abriss der denkmalgeschützten Häuser zu verhindern.

"Wir befürchten, dass erneut ein Klotz in unserer Straße entsteht, der das Bild weiter verschlechtern wird", sagte Reinhard Linz, einer der Initiatoren der Unterschriftensammlung. Er und die anderen Teilnehmer des Gespräches mit Wingenfeld erinnerten daran, dass schon einmal, 1994, ein Gründerzeithaus an der Loestraße abgerissen wurde, um einem Erweiterungsbau des Elisabeth-Krankenhauses Platz zu machen.

"Schon damals sollten auch schon diese beiden Häuser mit abgerissen werden. Doch dann einigte man sich auf den Kompromiss, nur eins abzubrechen", sagte Linz. Auch bezweifeln die Anwohner, dass in Bonn zusätzliche Krankenhauskapazitäten benötigt werden.

Doch der Stadtbaurat machte den Anwohnern nur wenig Hoffnung: Bei der Krankenhauserweiterung gehe es um übergeordnete Interessen, und denen muss sich auch der Denkmalschutz unterwerfen, sagte er. "Ich kann Ihnen versichern, dass nicht ohne Not ein solches Gründerzeitensemble geopfert wird." Doch der Bedarf an zusätzlichen Betten sei wohl gegeben, allerdings sei die Stadt noch in der Prüfung des Antrages.

Insgesamt geht es um 30 Betten, die das Gemeinschaftskrankenhaus am Standort Loestraße/Prinz-Albert-Straße in einem dreistöckigen Neubau unterbringen will, sagte Krankenhausoberer Christoph Bremekamp. Diese Bettenzahl sei im Landeskrankenhausplan enthalten. "Man muss sehen, dass das Elisabeth-Krankenhaus an dem Standort organisch gewachsen ist. Wir haben viele zu kleine Zimmer", sagte er.

Ursprüngliche Pläne, auf dem Gelände des Petruskrankenhaus zu erweitern und den Standort Elisabeth-Krankenhaus ganz aufzugeben, seien mangels Platz und wegen zu hoher Kosten wieder fallengelassen worden.

Natürlich sehe er das Spannungsverhältnis zwischen der Gesundheitsvorsorge und den städtebaulichen Interessen, so Bremekamp. Deshalb sei man durchaus bereit, einem Kompromissvorschlag des Denkmalausschusses zu folgen: Demnach könnte man die Fassaden erhalten und in den Neubau integrieren.

Ein Kompromiss, mit dem sich auch die Stadt anfreunden könnte, sagte Wingenfeld. Doch die Anwohner sind misstrauisch: "Einen Kompromiss hatten wir ja bereits. Jetzt fragen wir uns natürlich, was der von damals heute noch wert ist", sagte Dieter vor der Brück.