Illegales Abladen

Kontrollen an den Grüncontainern auf Friedhöfen in Bonn

So ist es richtig: Auf dem Friedhof Dransdorf entsorgt dieser Anwohner seinen Grünabfall im Container. Oft quellen die Container jedoch über, und die Abfälle werden daneben abgeladen. Auch Gewerbetreibende nutzen die Möglichkeit, kostenlos Grünabfall loszuwerden.

So ist es richtig: Auf dem Friedhof Dransdorf entsorgt dieser Anwohner seinen Grünabfall im Container. Oft quellen die Container jedoch über, und die Abfälle werden daneben abgeladen. Auch Gewerbetreibende nutzen die Möglichkeit, kostenlos Grünabfall loszuwerden.

Bonn. Wie Kraut und Rüben sieht es oft an den Grüncontainern auf den Bonner Friedhöfen aus. Um das zu verbessern, sollen künftig Mitarbeiter von Bonnorange das illegale Abladen an sieben Friedhöfen unterbinden.

Der fehlende Regen und die heißen Temperaturen der vergangenen Wochen haben in vielen Gärten bereits den Herbst einziehen lassen: Die ersten Sommerblumen sind verblüht, knorrig-trockene Zweige müssen aus Büschen und Sträuchern herausgeschnitten werden. Der anfallende Kompost wird dann größtenteils über die städtischen Grüncontainer entsorgt. Die Folgen sind unübersehbar: Nicht nur die riesigen Behälter an den Friedhöfen sind oft völlig überfüllt. Auch daneben laden Hobbygärtner gerne ihren Grünschnitt ab.

Während Bonnorange in der Vergangenheit an einigen Friedhöfen – beispielsweise in Dransdorf und Pützchen – jeweils zwei Sammelbehälter aufgestellt hatte, gibt es dort jetzt nur noch einen. Daraus quillt der Abfall jedoch schon nach kurzer Zeit. „Dadurch sieht der Eingangsbereich des Friedhofs völlig ungepflegt aus“, beklagt sich Stephan Eickschen, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Stadtverordneter für Dransdorf, Lessenich und Meßdorf. In die gleiche Kerbe schlägt Angelika Esch, Stadtverordnete für Pützchen, Bechlinghoven, Holtorf und Ungarten: „Gerade die Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Hier sollte alles vermieden werden, was als respekt- oder pietätlos angesehen werden könnte“, sagt sie. Daher sollte ihrer Meinung nach der kommunale Abfallentsorger schnellstmöglich dafür sorgen, dass die Friedhöfe einen gepflegten Eindruck machen.

Das Problem des illegalen Müllabladens ist jedoch kein Einzelphänomen. Nach den Erfahrungen von Bonnorange werden an nahezu allen Standorten regelmäßig Kompostabfälle neben die Container gelegt. Und nicht nur das. Selbst Bauschutt oder Sperrmüll finden die Männer der Reinigungskolonne regelmäßig vor, sagt Sprecherin Jasmin Mangold. Das lasse sich jedoch so gut wie gar nicht verhindern. Denn die Standorte sind nicht abschließbar und rund um die Uhr zugänglich. Zwar dürfen gemäß der Abfallsatzung die Annahmestellen nur werktags von 7 bis 20 Uhr genutzt werden, überwacht wird das jedoch nicht. Längst hat man die Erfahrung gemacht, dass nicht nur Abfälle aus privaten Gärten abgeliefert werden, sondern dass auch Geschäftsleute mit Anhängern vorfahren und den kompletten Grünschnitt ihres Arbeitstages bringen.

„Grünschnittkonzept“

Abfall, der arglos neben die Container geschüttet wird, ist nicht nur ein Ärgernis, sondern muss besonders aufwendig entsorgt werden. Denn oftmals kann man das Gelände nicht mit Baggern befahren und muss alles per Hand einsammeln. „Daher wurde nach und nach an diesen beengten Grünannahmestellen der zweite Container entfernt“, erklärt Mangold. „Für Bürger besteht nun die Möglichkeit, im Falle einer körperlichen Einschränkung oder einer möglichen Überfüllung des Containers den Bereich des ehemaligen zweiten Containerplatzes zur Ablage zu nutzen. Denn der Grünabfall in diesen Bereichen lässt sich ohne viel Zeitaufwand bei der regelmäßigen Leerung maschinell aufnehmen.“

Mit einem „Grünschnittkonzept“ will Bonnorange außerdem dafür sorgen, dass es rund um die Sammelstellen sauberer wird. Dafür sollen „qualifizierte Grünannahmestellen“ geschaffen werden. Um das Abladen zu vereinfachen und zügig verladen zu können, soll der Boden großflächig asphaltiert und eine Art Schüttbox aufgestellt werden. Darin können Zweige, Blumen und Rasenschnitt abgelegt werden. Der Inhalt wird täglich abgefahren. Die Sammelstellen sollen durch Zäune verschlossen und durch einen Bonnorange-Mitarbeiter überwacht werden. So solle eine gewerbliche Nutzung der Annahmestelle verhindert werden, so Mangold. An sieben Standorten soll das Projekt realisiert werden: An den Friedhöfen in Ückesdorf (Am Götgesbach), Pützchen (Karmeliterstraße), Mehlem (Im Gries), Duisdorf neu (Orchideenweg), Poppelsdorf (Stationsweg), Buschdorf (Otto-Hahn-Straße) und den Südfriedhof (Servatiusstraße).

Als erstes wird der Bereich am Ückesdorfer Friedhof umgebaut, da der Grüncontainerstandort am Friedhof Röttgen wegen des Neubaugebiets „Am Hölder“ schließen musste. Nach dem Umbau in Ückesdorf folgen 2019 dann der Umbau der Annahmestellen in Pützchen und Mehlem. „Unser Bestreben ist auch weiterhin, den Bürgern eine ortsnahe Möglichkeit zur Grünabfallentsorgung anzubieten, ohne das Erscheinungsbild der Friedhöfe zu beschädigen“, sagt die Sprecherin.