Kompromiss beendet Streit um Bebauung der ehemaligen Tschechische Botschaft

Plan für die ehemalige Tschechische Botschaft: Auch die Anlieger können sich mit der erreichten Lösung anfreunden.

Ippendorf. Die Basis für den Bau von 55 neuen Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Tschechischen Botschaft an der Ferdinandstraße steht, die Bezirksvertretung Bonn gab am Dienstagabend einstimmig den Bebauungsplan in das Offenlageverfahren.

Jetzt können die Bürger in diesem Verfahren noch ihre Bedenken äußern, bevor der Satzungsbeschluss fällt und auf dem sogenannten "Smetana-Carrée" die Bagger anrollen können. Mit der Planvariante sieben, die kleinere "Stadtvillen", eine geringere Baudichte und größere Abstandsflächen zu den bestehenden Häusern vorsieht (der General-Anzeiger berichtete), wurde nach einjähriger Planungszeit jedoch schon jetzt ein Strich unter den Streit mit den Nachbarn des Baugebietes gezogen.

Als gute Lösung und ausgewogene Planung wurde die nun erarbeitete Variante von den Politikern gelobt. Auch der Baum- und Grünbestand bleibt großteils erhalten, die markante Eiche auf dem östlichen Grundstücksteil wird nicht angetastet.

Entlang der Ferdinandstraße soll drei- bis viergeschossig plus Satteldach und ansonsten nur zweigeschossig plus Satteldach gebaut werden. Die größeren Baukörper werden zurückversetzt, damit mehr Freiraum zur Ferdinandstraße bleibt. Auch die geplanten Stadtvillen zur Straße Auf dem Essig werden von den Ausmaßen her kleiner.

Kommentar Kommentar Lesen Sie dazu auch den Kommentar " Erst reden, dann handeln"

In die Zufriedenheit der Politiker mischten sich jedoch auch kritische Stimmen. Denn eigentlich sei vom Planverfahren her vorgesehen, dass Änderungen erst im Verfahren selbst eingearbeitet würden.

"Wir hatten noch keinen Bebauungsplan, der so ausführlich im Vorfeld beraten und zusammen mit den Bürgern verändert wurde", sagte Hartwig Lohmeyer und beklagte sich über die aufgeheizte Stimmung der Anlieger in den Bürgerversammlungen. Einige Anlieger fühlten sich durch solche Aussagen schulmeisterlich bevormundet.

Die nun gefundene Lösung sei ein vernünftiger und bürgerfreundlicher Kompromiss, sagten sie am Rande der Bezirksvertretungssitzung. Dass es in den Bürgerversammlungen so hoch her ging, sei der Art und Weise geschuldet gewesen, wie man versucht habe, mit den kritischen Stimmen umzugehen.