Kein Angebot für ehemalige "BaWü"-Landesvertretung

Mindestangebot liegt bei gut 2,7 Millionen Euro - Auch Bayern sucht Käufer

Bonn. Auf dem Papier schien es ein Schnäppchen zu sein: Für 2 768,212,41 Euro hätte man Eigentümer der ehemaligen Landesvertretung Baden-Württemberg werden können, deren Verkehrswert bei immerhin 5,3 Millionen Euro liegt.

Doch so sehr Rechtspfleger Hans-Henning Tuch auch die elf mutmaßlichen Interessenten in Raum W 126 des Amtsgerichts animierte, ein Angebot im Rahmen des Zwangsversteigerungsverfahrens abzugeben: Kein Finger schnellte in die Höhe. So wurde das Verfahren einstweilen eingestellt; voraussichtlich Anfang kommenden Jahres kommt die Immobilie erneut unter den Hammer.

Vor sechs Jahren hatte die Frechener Euroareal-Unternehmensgruppe, die sich jetzt Arcon-Trust Schlegelstraße Bonn GmbH nennt, die zwischen B 9, Heussallee, Schlegel- und Welckerstraße liegende ehemalige Landesvertretung für rund 5,5 Millionen Euro erworben, um dort unter anderem auch ein Hochhaus bauen zu wollen.

Interesse an dem Areal hatte seinerzeit auch die Sparkassen-Tochter Pro Bonnum gezeigt, die entlang der B 9 für mehr als 40 Millionen Euro ein Bürogebäude samt Restaurants und Geschäften bauen wollte; doch da sie etwa 25 000 Euro weniger geboten hatte, gab der Stuttgarter Landtag den Frechenern den Zuschlag. Die wiederum kamen mit ihren Plänen nicht voran, sieht man von der Jungbrunnen-Klinik ab, die in den Neubau der Baden-Württemberg gezogen ist und einen längerfristigen Mietvertrag abschloss.

Anfang dieses Jahres wollte ein Investor auf dem Areal ein Hotel mit 150 Zimmern errichten, doch die Stadt machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie lehnte die Bauvoranfrage ab, da sie in unmittelbarer Nähe zum Hotel am World Conference Center keine Konkurrenz duldet. Nun also will sich Arcon-Trust von dem Komplex trennen, der bis auf die Klinik leer und zudem in Teilen unter Denkmalschutz steht.

Letzteres trifft auch für die frühere Landesvertretung Bayern zu, die an der Dahlmannstraße steht. Sie gehört dem Freistaat, der bisher mit seinen Versuchen gescheitert ist, einen Käufer zu finden. Die übrigen 14 einstigen Landesvertretungen in Bonn haben längst neue Nutzer - von der Solarworld-Zentrale (Hessen) über den Kindergarten (Schleswig-Holstein) bis zum International Center für Information Technology (NRW).