Käufer der Brandt-Villa stellt Planung in Frage

Baubeginn verzögert sich - Amtsleiter ist skeptisch: Dann würden wir unglaubwürdig

Bonn. Es ist eine feine Adresse: Kiefernweg 12. In der Villa wohnten einst auch die Bundeskanzler Willy Brandt und Gerhard Schröder. Doch seit neun Jahren steht sie leer. Nach mehreren Versuchen fand die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) schließlich einen Käufer: die Westdeutsche Immobiliengesellschaft (ImWest).

Die wollte eigentlich im nächsten Monat mit den Bauarbeiten beginnen - doch daraus wird nichts. Denn ImWest stellt die Planung in Frage. "Wir suchen mit einem anderen Architekten eine andere Lösung", sagte Geschäftsführer Fred Girschkowski dem GA.

Dem bereits am 22. August 2005 genehmigten Entwurf des Bonner Architekten Ralph Schweitzer war ein langer Prozess vorausgegangen. Sieben verschiedene Varianten hatte er dem Leiter des Bauordnungsamtes, Hans-Peter Spindeldreher, und Stadtkonservator Franz-Josef Talbot vorgelegt.

Grund: Die sogenannte Brandt-Villa steht ebenso unter Denkmalschutz wie die Pergola in dem knapp 11 000 Quadratmeter großen Park, der zudem unberührt bleiben soll.

Schließlich einigte sich das Trio: Die Villa - Wohnfläche: 416 Quadratmeter - wird von Grund auf saniert, der in den sechziger Jahren angebaute Küchentrakt abgerissen; an seiner Stelle ist ein Anbau mit vier Eigentumswohnungen vorgesehen. Vier zweieinhalbgeschossige Einfamilienhäuser sieht die genehmigte Planung neben der Villa vor.

Dieser Entwurf sei jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht optimal, da zwei Neubauten "in der zweiten Reihe" ständen und schlechter zu vermarkten wären, sagt Girschkowski. Daher habe er eine Alternativ-Planung in Auftrag gegeben, die in Kürze vorliegen soll: "Dann werden wir uns für das bessere Konzept entscheiden."

Ob er allerdings einen anderen als den Schweitzer-Plan genehmigt bekommt, ist eher unwahrscheinlich. "Dann ginge das ganze Theater wieder von vorne los", sagte Spindeldreher zu den ImWest-Überlegungen.

Und er fügte hinzu: "Wir würden im übrigen ja unglaubwürdig, wenn wir jetzt genehmigen würden, was wir zuvor abgelehnt haben." Zurücktreten vom Kaufvertrag kann die ImWest nicht - selbst, wenn sie es in Erwägung ziehen würde. "Aus der Nummer mit der BIMA komme ich nicht wieder raus", sagt Girschkowski. Er habe zwar noch kein Geld überwiesen, "doch das werden wir in Kürze tun".