Joachim Stamp: Familienpolitiker aus eigener Anschauung

Jung und aufstrebend: Der Röttgener Ratsherr Joachim Stamp will jetzt in den Landtag.

Jung und aufstrebend: Der Röttgener Ratsherr Joachim Stamp will jetzt in den Landtag.

Als Joachim Stamp bei der Kommunalwahl 2004 in Röttgen den Wahlbezirk direkt holte, wurde der junge Liberale plötzlich zum Polit-Star. Noch nie hatte in Bonn ein FDP-Kandidat ein Direktmandat geholt. Das war vor Joachim Stamp undenkbar gewesen.

Bonn. Als Joachim Stamp bei der Kommunalwahl 2004 in Röttgen den Wahlbezirk direkt holte, wurde der junge Liberale plötzlich zum Polit-Star. Noch nie hatte in Bonn ein FDP-Kandidat ein Direktmandat geholt. Das war vor Joachim Stamp undenkbar gewesen.

Nicht ganz unschuldig am Erfolg des damals 34-Jährigen war sicherlich seine Mutter Ursula Stamp. Als Kantorin der evangelischen Thomaskirchengemeinde und Initiatorin der legendären Krippenspielaufführungen mit dem Röttgener Nachwuchs war sie natürlich im ganzen Ort bekannt.

Landtagswahl Bei der Landtagswahl am Sonntag, 9. Mai, ist Bonn in zwei Wahlkreise aufgeteilt. Der General-Anzeiger stellt in dieser Woche Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 30 (Hardtberg, Bad Godesberg und südlicher Stadtbezirk Bonn) vor.

Der Name Stamp hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Klang in den Ohren der Bürger. Das hat dem Sohn beim Klinkenputzen, wie Politiker die Hausbesuche vor Wahlen gerne nennen, sicherlich ein Stück weit genutzt. "Und natürlich meine Tante. Die war hier Dorfärztin", sagt er und schmunzelt.

43 Prozent holte er damals in dem bis dahin tiefschwarzen Wahlbezirk Röttgen/Ückesdorf. Voriges Jahr bei der Kommunalwahl legte er noch einen drauf und erzielte satte 67,6 Prozent.

Inzwischen ist der studierte Politologe die parteipolitische Treppe weiter nach oben gestiegen: Aus der Elternzeit heraus holte ihn FDP-Landeschef Andreas Pinkwart als Generalsekretär nach Düsseldorf.

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Ein Ehrenamt, für das Stamp eine Aufwandsentschädigung erhält. Jetzt strebt er ein Landtagsmandat an. "Weil ich auf Landesebene etwas bewegen will", sagt er. Seine Schwerpunkte: die Bildungs- und Familienpolitik. Die beackert er bereits seit sechs Jahren als Stadtrat.

Stamp weiß, wovon er spricht. Demnächst erwartet seine Frau Barbie das zweite Kind. Die Erstgeborene Franziska ist zwei Jahre alt. Für sie hatte Stamp sich eine berufliche Auszeit genommen und ist Hausmann geworden. Dabei nutzte er jede feie Minute für seine Promotion, die er in Kürze abschließen will.

Zur Person

Zur Person

Joachim Stamp (39) ist verheiratet und hat eine zweijährige Tochter. Abitur am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Studium in Bonn. Unter anderem Mitarbeiter beim einstigen MdB Guido Westerwelle und Referent in der politischen Bildung. Seit 2004 Mitglied des Bonner Stadtrates.

Seine Frau arbeitet Vollzeit als Referatsleiterin bei der Bundesnetzagentur. Wer nach der Geburt der zweiten Tochter - "der Name wird noch nicht verraten" - zu Hause bleibt, ist noch offen. "Da werden die Karten neu gemischt", sagt Stamp.

Mit seinem Listenplatz 22 könnte der Einzug ins Landesparlament klappen. Wenn die FDP mindestens zehn Prozent der Zweitstimmen holt. "Da bin ich ganz zuversichtlich", sagt er. Wenn nicht, dann will er wieder seinen Job bei einer Kölner Kommunikationsagentur antreten.

Stamp, seit mehr als 22 Jahren in der FDP tätig, ist zurzeit Vize-Kreisvorsitzender und Mitglied im FDP-Landesvorstand.

In seiner Freizeit geht der ehemalige Kicker bei Rot-Weiß Röttgen immer noch gern zum Fußballplatz. Er liest viel und spielt Klavier und Schlagzeug.

Mittwochabend ab 19 Uhr wollen er und seine Mitkandidatin Gudrun Juhr im Hotel Residence am Kaiserplatz ihre landespolitischen Schwerpunkte vorstellen.

Kurz gefragt

General-Anzeiger: Worüber können Sie lachen?

Joachim Stamp: Über mich selbst.

GA: Was tun Sie, um abzuschalten?

Stamp: Ich kann am besten abschalten, wenn ich beim Fußballspiel zuschaue.

GA: Was lesen Sie gerade?

Stamp: "Am Beispiel meines Bruders" von Uwe Timm.

GA: Was würden Sie gerne besser können?

Stamp: Ich kann mir ganz schlecht Namen merken. Da muss ich noch an mir arbeiten.

GA: Wohin wollten Sie immer schon mal reisen?

Stamp: Am liebsten auf eine Insel im Pazifik.