Roger Sevenheck

Investor der Südüberbauung macht in Duisburg von sich Reden

BONN.  Roger Sevenheck, Chef der German Development und der Maximilian Center Bonn GmbH, die die Südüberbauung abreißen und das Areal am Hauptbahnhof neu bebauen will, macht es spannend. Gerade noch rechtzeitig kam er am Donnerstag einer Zahlungsaufforderung des Finanzamtes nach, das 300.000 Euro an Grunderwerbssteuern geltend machte - Geld, das nach dem Verkauf der Rhein-Ruhr-Halle und anderer Immobilien für sein Projekt in Duisburg fällig war.
Roger Sevenheck in seinem Düsseldorfer Büro: Vor ihm ein Modell der Bonner Südüberbauung, das er umsetzen will.
								Foto: Cem Akalin
Roger Sevenheck in seinem Düsseldorfer Büro: Vor ihm ein Modell der Bonner Südüberbauung, das er umsetzen will. Foto: Cem Akalin

Nachdem sich der niederländische Geschäftsmann mit der Begründung, er habe noch kein Baurecht, geweigert hatte zu zahlen, ging die Zahlungsaufforderung an den Verkäufer - die Stadt Duisburg. Und diese hatte Sevenheck ein Ultimatum gestellt: Sollte er bis Donnerstag nicht zahlen, wollte die Stadt von ihrem Kaufvertrag zurücktreten.

Sevenheck zahlte am Donnerstagnachmittag: Die Firma Douvil, mit der Sevenheck ein Outletcenter verwirklichen will, "hat gegenüber der Stadt Duisburg den Nachweis über die Zahlung der Grunderwerbssteuer für den Kauf des städtischen Geländes erbracht", hieß es am Donnerstag knapp bei der Ruhrgebietsstadt. "Damit sind wir wieder auf Anfang und das Vertragsverhältnis wieder hergerichtet", sagte der Sprecher der Stadt Duisburg, Frank Kopatschek.

Vom Kaufvertrag zurückgetreten ist indes die Immobiliengruppe Imeo, von der Sevenheck Wohnhäuser gekauft hat, die er für sein Projekt abreißen will. Auch in diesem Fall hatte Sevenheck nicht die Grunderwerbssteuer in Höhe von rund 900.000 Euro gezahlt. "Damit wollten wir die Zahlung der Summe zum jetzigen Zeitpunkt vermeiden", so eine Sprecherin von Sevenheck. "Wir werden bestimmt zu einer Einigung kommen."

"Was ist das für ein Investor, der das schon nicht stemmen kann, bevor er überhaupt anfängt?", fragen die Bonner SPD-Planungspolitiker Angelika Esch und Dieter Schaper. "So einem Investor können wir nicht ein Millionenprojekt mitten im Bonner Zentrum überlassen", so Schaper weiter. Sie fordern weiterhin, die Verhandlungen mit Sevenheck abzubrechen.

"Die Stadt hat nichts zu verhandeln", so der planungspolitische Sprecher der Grünen, Hartwig Lohmeyer. "Solche Forderungen sind völlig überflüssig." Die Stadt Bonn habe so hohe Hürden geschaffen, dass keine Gefahr in Verzug sei.

Der Kaufvertrag für die städtischen Immobilien an der Südüberbauung werde erst fällig, wenn Sevenheck alle 40 Eigentümer unter einem Hut und sie notariell beglaubigt bezahlt hat. Und er müsse ja sein Eigenkapital nachweisen. In Bonn sei die Kreditfrage geklärt, so Sevenheck auf Anfrage. "Die letzten Modalitäten werden verhandelt."

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