In Ex-Botschaften werden Eigentumswohnungen gebaut

Viel Bewegung gibt es zurzeit bei Umbau- und Sanierungsarbeiten ehemaliger diplomatischer Vertretungen in Bad Godesberg. Das gilt sowohl für ehemalige Botschaftskanzleien und Botschaftsresidenzen, als auch für frühere Wohnareale der Diplomaten.

Bad Godesberg. Viel Bewegung gibt es zurzeit bei Umbau- und Sanierungsarbeiten ehemaliger diplomatischer Vertretungen in Bad Godesberg. Das gilt sowohl für ehemalige Botschaftskanzleien und Botschaftsresidenzen, als auch für frühere Wohnareale der Diplomaten.

Vor wenigen Tagen begannen die neuen Eigentümer des ehemaligen Bulgaren-Blocks im Villenviertel mit der Kernsanierung der fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen. Ende vergangenen Jahres hatte die Bonner 7x7 Immobilien mit Sitz in Plittersdorf das ehemalige diplomatische Gelände an der Herderstraße erworben.

Die Gebäude, die teilweise bis zu elf Jahre lang unbewohnt waren, werden jetzt zu "19 exklusiven Eigentumswohnungen umgebaut", wie Projektleiter Wolfgang Hartmann berichtet. Auf den Dächern der Häuser entstehen zusätzlich Penthäuser mit großen Terrassen. Hartmann rechnet mit einer Bauzeit von circa zwei Jahren bis die ersten Neu-Eigentümer einziehen können. Und die Nachfrage? "Kein Problem, das hier zu verkaufen", so Hartmann.

Von einer großen Nachfrage berichtet auch die Renum Projektgruppe GmbH/Rheinhaus, die zurzeit die ehemalige nigerianische Botschaft am Goldbergweg in Muffendorf nach langjährigem Verfall zum Terrassenhaus mit Blick aufs Rheintal umbaut. Nach Auskunft von Geschäftsführer Bernd Hensel werden "durch Umbau und Erweiterung des Terrassenhauses neun hochwertige Wohnungen errichtet". Im Sommer 2012 will man fertig sein.

Bereits im Frühjahr 2012 will die x-haus Gmbh vom Niederrhein die ehemalige Kongo-Residenz an der Nesselburg in Lannesdorf schlüsselfertig übergeben. Aus der jahrelang leerstehenden Ex-Residenz entstehen auf rund 2 000 Quadratmetern 15 schicke Wohnungen unter dem Label "Botschaftsresidenz".

Die frühere Kongo-Kanzlei im Rüngsdorfer Meisengarten, die x-haus-Geschäftsführer Reiner Krings 2010 im Paket von den Kongolesen gekauft hatte, wurde von ihm an den Kölner Investor GS Immobilien AG weiter verkauft. Dieser hat die Komplettsanierung der Ex-Botschaft fast abgeschlossen.

Nach dem Abriss der restlichen Gebäude rund um die denkmalgeschützte Villa Stein am Mehlemer Rheinufer im Spätsommer, beginnen nach längerem Baustopp jetzt die Bauvorbereitungen für die Neubebauungen auf dem Gelände der ehemaligen Saudi-Botschaft an der Rüdigerstraße. Auf dem insgesamt rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstück sollen jetzt fünf neue weiße Villen entstehen.

Die Bauzeit wird nach Angaben der Corpus Sireo Wohnen GmbH nach Baubeginn im Frühjahr 2012 etwa zwölf bis 15 Monate betragen. Auch hier bestätigt Vertriebsleiter Henning Dieke bereits jetzt "eine hohe Nachfrage" bei der Vermarktung.

Der zu Beginn des Jahres angekündigte Abriss der ehemaligen Französischen Botschaft in Rüngsdorf verzögert sich dagegen. Hinter den Kulissen feilen das Rheinhotel Dreesen, der Investor Interboden und die Stadt Bonn noch an letzten Details, um den Weg für den Abriss der Bauruine an der Rheinstraße freizumachen. Hotelinhaber Olaf Dreesen gibt sich optimistisch, dass in Kürze eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung gefunden wird.

Es ist also damit zu rechnen, dass die "Ruine vor unserer Haustür", so Dreesen, im nächsten Jahr verschwindet. Dort entsteht dann das so genannte Rhein-Entré mit 53 exklusiven Wohnungen.

Bewegung gibt es in der ehemaligen Kamerun-Botschaft an der Rheinallee. Nach zweieinhalbjährigem Leerstand zieht demnächst die Godesberger Hebo-Privatschule ein, die für ihre Schüler mehr Platz benötigt und in der Ex-Botschaft weitere Räume für Schule und Internat angemietet hat. Eigentümer bleibt die Republik Kamerun.