Im Tunnel fehlen Lautsprecher und Leuchten

Stadt passt Bad Godesberger Röhre für rund fünf Millionen Euro neuesten Vorgaben an

Bad Godesberg. Er ist 1,95 Kilometer lang, und ihn passieren jeden Tag rund 37 000 Fahrzeuge - 10 000 mehr als noch vor acht Jahren, als der Bad Godesberger Tunnel in Betrieb genommen wurde.

Damals entsprach er voll und ganz den geltenden technischen Vorschriften, doch nicht zuletzt nach den Brandkatastrophen in Alpentunneln wurde die Messlatte für die Sicherheit in Straßentunneln kontinuierlich höher angelegt. Die Röhre entspricht diesen Vorgaben heute nicht mehr, und so muss die Stadt Bonn sie aufrüsten - für mehr als fünf Millionen Euro.

Das Ministerium für Bauen und Verkehr in Düsseldorf hat nach Angaben des Presseamtes bereits zugestimmt, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Beim Bau des Tunnels war die Grundlage für die Betriebstechnik die so genannte Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) von 1994.

Diese Vorgabe wurde seitdem mehrfach überarbeitet; die Vorschriften wurden verschärft. Mit seiner Länge und der Verkehrsbelastung fällt der Tunnel laut Stadt in die höchste Sicherheitskategorie der RABT. Bei einer Prüfung habe das Tiefbauamt festgestellt, dass unter anderem parallel zu den Fluchtwegen in einem Meter Höhe Leuchten montiert werden müssen, die speziell den Fluchtweg erhellen und mit Piktogrammen die Entfernung zum nächsten Treppenhaus angeben.

Es fehlen Lautsprecher, um akustisch auf die Fluchttüren aufmerksam zu machen, die im Brandfall nicht zu erkennen sind. Zudem müssen am Rand der Fluchtwege selbstleuchtende Markierungen angebracht werden, Kameraanlage und Notrufstationen werden erweitert, Fluchttüren farblich gekennzeichnet.

Mit den Arbeiten, die rund 2,2 Millionen Euro kosten, wird im nächsten Jahr begonnen. Sie sollen bis Ende 2008 dauern. Dabei wird es nach Angaben des Presseamtes immer wieder zu Fahrbahnsperrungen in der Röhre kommen. In einer zweiten Bauphase 2009 wird die Tunnelbelüftung den Vorgaben angepasst. Kosten dafür: drei Millionen Euro.

Zur Finanzierung hat die Stadt vorgeschlagen, den Betrag aus den Einsparungen beim Bau der Röhre zu nehmen, teilte das Presseamt weiter mit. Ursprünglich kalkuliert und durch Zuschüsse von Land und Bund auch entsprechend gedeckt sei eine Summe von rund 280 Millionen Euro gewesen.

Tatsächlich gekostet habe der Tunnel etwa 250 Millionen. Die geforderte Sicherheitstechnik solle nun aus dieser Differenz bezahlt werden. Die Tempo-Messanlage wird bei den Umbauten laut Stadt nicht verändert. Es bleibe bei den vier Kameras. Die Fahrtrichtungsschilder blieben ebenfalls. Sie seien 2003 nach Beanstandungen angepasst worden, unter anderem durch Markierungen auf der Fahrbahn. "Es ist aber möglich, im Rahmen der Gesamtmaßnahme Hinweisschilder zu ergänzen", sagte eine Stadtsprecherin.