Im Bundesviertel steht der Durchbruch bevor

<b>Wo B 9</b> und Stadtbahn an der ehemaligen Landeszentralbank (vorne links) die Trajektstraße kreuzen, soll 2011 der Verkehr über einen Kreisel fahren und die Bahnlinie unterirdisch verlaufen.

<b>Wo B 9</b> und Stadtbahn an der ehemaligen Landeszentralbank (vorne links) die Trajektstraße kreuzen, soll 2011 der Verkehr über einen Kreisel fahren und die Bahnlinie unterirdisch verlaufen.

In diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für die Verlängerung des U-Bahntunnels an der B 9 beginnen - Zunächst werden provisorische Schienen für die Stadtbahn gelegt

Gronau. Auto- und Bahnfahrer nehmen praktisch nichts wahr - und dennoch geschieht etwas unter der Kreuzung zwischen der ehemaligen Landeszentralbank und der Bundeskunsthalle: Für die Verlängerung des U-Bahn-Tunnels Richtung Süden unter der Kreuzung B 9/Marie-Kahle-Allee/ Franz-Josef-Strauß-Allee (Trajektknoten) sind die Versorgungsleitungen bereits verlegt.

Das teilte Werner Bergmann vom Tiefbauamt dem GA auf Anfrage mit. Von Juni an soll dann noch eine unterirdische Trafostation der Straßen- und Stadtbahnen verlegt werden. Auch sie muss weichen, damit im Herbst mit den eigentlichen Arbeiten für den Tunneldurchbruch für die Stadtbahnlinien 66 und 63/16 begonnen werden kann.

Durchbruch deshalb, weil bereits ein bislang ungenutztes Tunnelstück von rund 200 Metern Länge südlich der heutigen Bahnrampe besteht, auf der die Stadtbahnen vom Zentrum kommend ans Tageslicht fahren. Das Tunnelstück existiert schon lange, denn die Pläne, die U-Bahn Richtung Süden zu verlängern, sind alt. Sie sind Teil des mittlerweile abgespeckten Vorhabens, die B 9 zur repräsentativen "Regierungsallee" auszubauen.

Nachdem die Vorbereitungsarbeiten für den ebenfalls geplanten Kreisel an der gleichen Stelle oberirdisch zur Rheinseite hin abgeschlossen sind, wird nun die Tunnelverlängerung in Angriff genommen: Wenn die unterirdische Trafostation verlegt ist, werden anschließend die Ersatzschienen für die Stadtbahn gelegt. Danach geht es an den Tunneldurchbruch.

Die Arbeiten an Tunnel und Kreisel sollen voraussichtlich bis Ende 2010 dauern. Für die Bahnfahrer werden laut Bergmann die Bauarbeiten nicht zu Verzögerungen führen. Hingegen bekommt der Autoverkehr die Großbaustelle zu spüren, wenn 2009 der Kreisel auch Richtung Westen verbreitert wird. 2011 werde die Bahn durch den verlängerten Tunnel fahren, so Bergmann. Dann können oberirdisch die Gleise demontiert und der Kreisel fertig gestaltet werden.

Diese Baumaßnahmen im Bundesviertel sollen sowohl den Auto- als auch den Schienenverkehr beschleunigen. "Ziel ist die bessere Erschließung des Viertels sowie die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Stadtbahnstrecke", hatte die Stadt im vergangenen Jahr die Kosten in zweistelliger Milliionenhöhe gerechtfertigt.

So könne man beispielsweise aus Richtung Zentrum kommend von der B 9 über den Kreisel direkt in die Franz-Josef-Strauß-Allee Richtung Posttower fahren und muss nicht mehr - wie jetzt noch - erst nach rechts die Rampe zur Marie-Kahle-Allee herunterfahren.

Auch die Stadtbahnlinie soll von dem Umbau profitieren. Denn die Kreuzung Ollenhauerstraße fällt weg, die Stadtbahnen können dort also ohne Unterbrechung weiterfahren können. Der Autoverkehr müsste dann den neuen Kreisel einige hundert Meter weiter nördlich benutzen.