Im Bonner Hafen wird eine zweite Containerbrücke installiert

Der Stahlkoloss steht. Sieben mobile Kräne waren nötig, um die neue 600 Tonnen schwere Containerbrücke in den vergangenen Tagen aufzustellen. Der Ausbau des Bonner Hafens mit der zweiten Containerbrücke soll den Standort leistungsfähiger machen.

Bonn. Der Stahlkoloss steht. Sieben mobile Kräne waren nötig, um die neue 600 Tonnen schwere Containerbrücke in den vergangenen Tagen aufzustellen. Alfons Söns, Geschäftsführer der Bonner Hafenbetriebe GmbH (BHB), zeigte sich am Mittwoch zufrieden: "Wir liegen im Zeitplan. Mit dem Aufbau der Brücke ist das Ende der Arbeiten im ersten Bauabschnitt absehbar."

In zwei Monaten sollen im südlichen Teil des Bonner Hafens über einen neuen Containerterminal samt neuer Brücke Schiffe be- und entladen werden. Es sind Waren aus aller Welt. "Der Hauptimport aber kommt aus China", sagte Söns: "Es sind unter anderem Maschinenteile, Kunststoffprodukte und Reifen." ´

Wurden viele Jahrzehnte vom Bonner Hafen aus vor allem Güter exportiert, gleichen sich Ex- und Import immer mehr an. "Wir haben mittlerweile ein Verhältnis von 60 zu 40", sagte Söns, dessen 170 Mitarbeiter starkes Logistikunternehmen zu den Profiteuren der Globalisierung gehört.

Doch um fit für die Zukunft zu sein, hat die Unternehmerfamilie Söns gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn, die Teilhaber der BHB sind, den Ausbau des Hafens in Angriff genommen. Wie bedeutend der Hafen auch über Bonn hinaus ist, zeigt der finanzielle Zuschuss des Landes NRW: Zehn von insgesamt 12,5 Millionen Euro zahlt Düsseldorf, die restlichen 2,5 Millionen kommen von der BHB.

Wenn der neue Containerterminal im südlichen Teil fertig ist, machen sich die Bauarbeiter im nächsten Jahr an den Umbau der Hafenmauer und der alten Containerbrücke weiter nördlich. Beide Brücken werden über rund 300 Meter lange Schienen verbunden. Waren können also in Zukunft an zwei Stellen gelöscht und auf Schiffe geladen werden.

Schon jetzt werden pro Tag etwa 100 Container entladen beziehungsweise auf die Schiffe gehievt. "Wir haben hier in Bonn die höchste Frequenz pro Terminal am Rhein", sagte Söns. Nach einem durch die Wirtschaftskrise bedingten Rückgang verzeichnen die BHB 2010 wieder zweistellige Zuwachsraten. "Mit dem Ausbau des Hafens sind wir in der Lage, diesen Zuwachs auch künftig zu erzielen."