Hombach leitet neue Akademie in Bonn

BONN. Sein Netzwerk ist legendär. Bodo Hombach, politisch bestens verdrahteter Medien-Manager aus dem Ruhrpott, nutzt seine Kontakte für ein neues Projekt in der Bundesstadt.

Er ist Präsident eines kürzlich gegründeten An-Instituts der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität geworden - der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik GmbH (BAPP). "Praxiserfahrene Experten aus Wirtschaft, Medien und Politik leiten gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern die Lehrveranstaltungen", erläutert Hombach das Konzept.

"Universitäts-Professoren betreuen Forschungsprojekte und befassen sich im integrierten Think Tank ebenfalls mit praxisnahen Fragen." Die Ergebnisse sollen zu praktikablen Lösungen entwickelt werden. Seminare, Diskussionen und Workshops richten sich vor allem an Postgraduierte der Uni und Mitarbeiter von Unternehmen, die die neue Akademie mit Fördergeldern finanzieren. "Die ersten fünf Jahre sind bereits gesichert", sagt Hombach.

Es dürfte dem Geschäftsführer des WAZ-Konzerns leicht fallen, für hochkarätige Gäste zu sorgen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel etwa habe seine Unterstützung zugesagt, so Hombach. Auch im Kuratorium der Akademie findet sich viel Prominenz: unter anderen Evonik-Chef Klaus Engel, der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, der scheidende RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann, WDR-Intendantin Monika Piel und der ehemalige österreichische Bundeskanzler Al-fred Gusenbauer.

Die Akademie ist ein geistiges Kind des Universitätsrektors Jürgen Fohrmann. "Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Theorie und Politikpraxis miteinander fremdeln", sagt er. Diesen Eindruck hat auch Hombach, der seit Februar 2011 einen Lehrauftrag am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie in Bonn hat. Jetzt freut sich der Uni-Rektor auf die Zusammenarbeit mit der neuen Akademie.

"Wir sind überzeugt", betont Fohrmann, "dass mit der BAPP eine Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis etabliert wird, die für alle Beteiligten - Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und die Universität Bonn selbst - einen realen Mehrwert schafft." Die Akademie sitzt in der Heuss-allee 18-24 im früheren Bundesviertel. Dort finden auch die Veranstaltungen statt. "Im Januar werden wir das Forschungs-, Lehr- und Publikationsangebot für 2012 veröffentlichen", kündigt BAPP-Geschäftsführer Boris Berger an.

Berger war Abteilungsleiter in der NRW-Staatskanzlei und galt als enger Vertrauter des damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, bis er 2010 unter anderem wegen einer "Sponsoring-Affäre" in die Schlagzeilen geriet. Als BAPP-Präsident arbeitet Bodo Hombach nach eigenen Angaben ehrenamtlich. Der Medien-Manager: "Mein Honorar ist die Freude, mit den Studenten diskutieren zu dürfen."