Am Alten Zoll

Historische Bonner Kanonen hinter Gittern

Noch sicher? Diese Kanone scheint nach links wegzukippen. Wann die Sanierung beginnt, ist noch nicht geklärt.

BONN. Der Liegenschaftsbetrieb hat am Alten Zoll den Zugang wegen Unfallgefahr gesperrt. Die Stadt holt Sanierungsangebote ein.

Über die beiden Kanonen auf dem Alten Zoll muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Sie gehören zu der Bastion wie der Kreuzgang zum Münster; Kinder lieben sie und klettern mit Begeisterung darauf herum. Auch Erwachsene staunen an dem beliebten Bonner Aussichtspunkt immer wieder über die kapitalen Geschütze, aus denen in Wirklichkeit nie ein Schuss abgegeben wurde.

Seit Monaten aber stehen die Kanonen hinter Gittern. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), der jetzt den Moosbelag und Grünbewuchs aus Fugen und von Mauervorsprüngen der Bastion entfernen ließ, hatte die Zäune im Herbst aufstellen lassen. "Die Konstruktion der Geschütze schien nach erstem Augenschein nicht mehr sicher", sagte Wolfgang Eifler, Vizechef der Niederlassung Köln. Untersucht worden sei die Standfestigkeit aber noch nicht. Der BLB hat aber die Stadt Bonn informiert, dass sie die Kanonen überprüfen möge. "Denn laut unserer Unterlagen sind sie im Eigentum der Stadt Bonn."

Diese bestätigte das. Offenbar seien die Räder nicht mehr sicher, und auch die Holzlafetten müssten saniert werden, sagte eine Sprecherin des Presseamtes. Derzeit bereite man die Arbeiten vor, habe mit den beiden Firmen gesprochen, die solche Arbeiten ausführen könnten. "Wir werden dann die Angebote zur Sanierung einholen", erklärte die Sprecherin. Wann das passiert, ist noch unklar. Die Arbeiten sollen aber nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 20 000 Euro. Für die Sanierung werden die Kanonen wohl auch abtransportiert werden müssen.

Demnach müssten in dem Zuge auch die Hinweise korrigiert werden, dass die in den Jahren 1803 und 1841 gegossenen französischen Salutkanonen ein Geschenk von Kaiser Wilhelm I. an die Universität Bonn gewesen seien, die sie daraufhin auf der Bastion aufstellen ließ. Tatsächlich scheint nämlich die Stadt die rechtmäßige Eigentümerin zu sein, wie die Aufzeichnungen vermuten lassen.