Hinter dem Bahnhof wird es schöner

Das Grundstück im Norden ist freigeräumt. Mitte 2011 soll dort das "Intercity Hotel" stehen. Die Radstation läuft weiterhin gut.

Bonn. Fast genau zehn Jahre nach ihrer Eröffnung ist die Radstation hinter dem Bahnhof heute in Container-Provisorien untergebracht. Doch die Zweirad-Truppe um Chef Erich Felten meckert nicht: Der Tag ist absehbar, an dem die Radstation wieder umzieht, nämlich in das Parkhaus an der Quantiusstraße. Sie kann sich dort von 320 auf 550 Plätze für Fahrräder vergrößern.

Bei einem Ortstermin ließen sich jetzt Vertreter aus Rat und Verwaltung von Investor Detlev Klaudt über das Bauprojekt informieren (siehe Zeitplan). Dieser warb um Verständnis dafür, dass man in der ersten Phase keine Bewegung auf dem Quantiusstraßen-Grundstück im Norden gesehen habe, wo früher die Radstation untergebracht war. "Wir haben drei Monate auf die Verlegung eines Hauptkabels der Telekom gewartet", sagte er.

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Mit den Neubauten wird das Parkhaus an der Quantiusstraße um eine Etage aufgestockt und saniert, bekommt eine neue Fassade. "Konstruktiv wird sich an der problematischen Auffahrtsituation im Parkhaus aber nichts ändern", sagte Klaudt. Positiv für Besucher, die durch die beiden Tunnel den Bahnhof erreichen wollen: Die Zugänge werden vergrößert. Noch nicht geklärt ist, ob es eine Rampe zu Gleis 5 geben wird. Die Stadt drängt darauf, der Architekt hat sie bisher nicht geplant, hält sie aber für "vorstellbar".

Die Radstation hat trotz ihres Umzugs in Container-Provisorien nicht an Beliebtheit verloren, sagt Leiter Erich Felten: "Wir sind nach wie vor am Limit. Wir haben durch den Umzug zwar manche Kunden verloren, aber auch neue hinzugewonnen." Nach wie vor gebe es eine Warteliste für die 320 Dauerparkplätze.

Auch die 80 Leihfahrräder werden stark nachgefragt, oft von Touristen. Von dem neuen Domizil im Bahn-Parkhaus mit 550 Parkplätzen erhofft er sich weiteres Wachstum. In der Radstation werden 28 arbeitslose und von der ARGE unterstützte Leute zwischen 18 und 25 auf den Berufseinstieg vorbereitet, inzwischen hat man bereits den 200. Teilnehmer in eine reguläre Ausbildung vermittelt, berichtete Karl Wilhelm Starcke von der Caritas.

Der Zeitplan September 2009: Umzug der Radstation ins Provisorium am südlichen Ende der Quantiusstraße. Seitdem Abriss der früheren Expressguthalle im Norden mit Freimachung des Baufeldes.
Mitte 2010: Baubeginn für das Steigenberger "Intercity Hotel" im Norden, mit 165 Zimmern.
November 2010: Umzug der Radstation ins umgebaute Parkhaus als endgültigen Standort mit 550 Rad-Parkplätzen.

Frühjahr 2011: Baubeginn auf dem südlichen Grundstück, wo heute das Radstation-Provisorium steht. Dort sollen Büros/Praxen hin.

Mitte 2011: Eröffnung des Steigenberger "Intercity-Hotels" im Norden der Quantiusstraße.

Mitte 2012: Eröffnung des Büro-/Praxenkomplexes im Süden.