"Helle Kleidung ist das A und O"

Unter dem Motto "Ob 88 oder 8 - gib Acht, gib Acht!" veranstaltet die Stadt Bonn auf dem Münsterplatz den 27. Verkehrssicherheitstag - Immer häufiger sind Senioren an Verkehrsunfällen beteiligt

Bonn. "Ich fühle mich wie an einem Tag mit schwerer Grippe", sagte Bürgermeister Helmut Joisten. Schuld war der "Age Man", eine Spezialbekleidung, die Altersgebrechen simuliert.

Mit dieser Ausrüstung warb die Verkehrssicherheitsberatung der Polizei Bonn für mehr Rücksicht gegenüber Senioren. "Ob 88 oder 8 - gib Acht, gib Acht!" war das Motto des 27. Verkehrssicherheitstages, den die Stadt Bonn am Samstag auf dem Münsterplatz veranstaltete. Im Mittelpunkt stand die Verkehrssicherheit von Kindern, Jugendlichen und Senioren.

"Der Anteil der älteren Verkehrsteilnehmer nimmt zu", sagte Polizeipräsident Wolfgang Albers. Und demzufolge auch die Unfälle, an denen Senioren beteiligt sind. Besonders gefährlich: Mit wachsendem Alter verschlechtern sich Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit.

Oft so schleichend, dass es der Betroffene selbst gar nicht merkt. Albers rät Senioren deshalb davon ab, große Straßen mit Lkw-Verkehr zu befahren oder sich in den Berufsverkehr zu begeben. Außerdem sei es für ältere Radler besonders wichtig, einen Helm zu tragen.

"Helle Kleidung ist das A und O zur Verkehrssicherheit", sagte Karin Slabbers von der Verkehrswacht, einer der 19 Aussteller auf dem Münsterplatz. Auf einem Rollerparcours übten Kinder Geschicklichkeit und Balance. "Der Roller ist das sicherste Verkehrsmittel, um im Verkehr anzufangen", sagte die ehemalige Lehrerin, die von Schülerlotsen der Gesamtschule Beuel unterstützt wurde. Eltern sollten ihren Kindern erst dann ein Rad kaufen, wenn diese auf dem Roller absolut sicher sind, sagt die erfahrene Pädagogin.

Ein paar Meter weiter brummten auf einem Verkehrsübungsplatz die fünf PS starken Benzin-Motoren von Mini-Autos. "Ich war irgendwie zu schnell", meinte der zwölfjährige Pascal bedrückt, der einen Rüffel für seine allzu schwungvolle Fahrweise bekommen hatte. Die Erwachsenen probierten am Stand des TÜV-Rheinland lieber den "Segway" aus. Ein zweirädriges, selbst balancierendes Fortbewegungsmittel aus den USA.

Während der Schulsanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes Notfallsituationen nach Verkehrsunfällen nachstellte, informierte die Polizei zum Thema Fahrraddiebstahl. Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Malteser stellten derweil ihre Einsatzwagen vor.