Genussvolles Rollen durch die Landschaft

Vespa Club Bonn ist 50 Jahre alt - Mitglieder treffen sich monatlich in Beuel

Beuel. Was die 63 Frauen und Männer alle eint, ist ihre Liebe zu Wespen. Allerdings nicht die, mit den zwei Flügeln, sondern die, mit den zwei Rädern. Wie bitte? Wespe heißt auf Italienisch Vespa, und schon ist das Rätsel gelöst. Die Mitglieder des Vespa Clubs Bonn treffen sich einmal im Monat in ihrem Vereinslokal Zum Zollstock in Beuel.

Dort fachsimpeln sie über Motoren, Reparaturen, planen gemeinsame Ausfahrten und tauschen Erlebnisse von Wettkämpfen aus. Vespa-Roller sind für die Vereinsmitglieder viel mehr als fahrbare Untersätze: Sie sind Kult. Ihre Beliebtheit ist seit den 50er-Jahren ungebrochen. Jung und alt flitzen mit den kleinen Zweirädern durchs Siebengebirge und den Kottenforst.

Aber auch für große Touren sind sie tauglich. Im Jahr des 50-jährigen Clubbestehens fuhren einige Mitglieder zur Euro-Vespa bis nach Sizilien. "Es gibt einige Vereinskameraden, die fahren zwischen Frühling und Herbst weit mehr als 10 000 Kilometer", so Vorsitzender Wolfgang Buchbender. Damals wie heute spielt Geschwindigkeit keine Rolle. "Wir genießen das Rollen durch die Landschaft, erleben die Natur hautnah", schwärmt Buchbender.

50 Jahre Vespa Club Bonn stehen für eine bewegte Geschichte. Einziges, aber immer noch aktives Gründungsmitglied ist Willi Schmidt. Der Ehrenvorsitzende, der vier Roller im Stall hat, erinnert sich: "Der Verein wurde im April 1958 in der Gaststätte Krokodil in Tannenbusch gegründet." Ende der sechziger Jahre ging die Mitgliederzahl stark zurück - "Alle wollten Autofahren". Die Rückbesinnung auf das Kultvehikel der italienischen Firma Piaggio, setzte erst wieder in den achtziger Jahren ein. Alte Vespen wurden aufgekauft, liebevoll restauriert und wurden so zu beliebten Sammlerobjekten.

Willi Schmidt ist stolz auf seinen sehr seltenen Roller, Baujahr 1957. Er ist eine Koproduktion der Marken Vespa und Messerschmitt: eine T 3 mit 150 Kubikzentimetern. Dass Vespafahren jung und fit hält - dafür ist Willi Schmidt der beste Beweis. Seine 75 Jahre sieht man ihm nicht an. Schlank, braun gebrannt, wache Augen - so fährt er mit seinen Vespa-Rollern durch die Landschaft, am liebsten bis in die Eifel oder in den Westerwald.

Das Jubiläum haben die Mitglieder in Rheinbreitbach gefeiert. Dorthin hatten sie europaweit eingeladen, 225 Fahrer kamen, fuhren im Gelände verschiedene Wertungsstrecken und feierten abends in der Oberen Burg.

Uns wie kam der Verein von Tannenbusch nach Beuel? "Wir mussten uns vor einigen Jahren ein neues Vereinslokal suchen. Der Zollstock gefiel uns. Außerdem liegt unsere Clubwerkstatt nur wenige hundert Meter weiter. Das passt doch gut", stellt Buchbender fest. Die Clubwerkstatt wird von den Küblers geleitet.

Die drei Brüder sind auch Garant für den sportlichen Erfolg des Bonner Vespa Clubs. Stefan Kübler ist Deutscher Meister im Turnierfahren der Klasse B, Günter Kübler ist Deutscher Meister im Trailfahren der Klasse A, und Bernd Kübler belegte bei den Deutschen Meisterschaften einen vierten Platz im Turnierfahren der Klasse B.

Das nächste Treffen im Clublokal, Siegburger Straße 36, ist am 13. Dezember, ab 18 Uhr. Jeder Vespafahrer ist willkommen.