Frank Asbeck baut Bad Godesberger Wasserwerk zur Firmenzentrale um

Ende des Jahres ziehen Mitarbeiter der Solarworld-Holding in denkmalgeschütztes Gebäude - Design der 60er Jahre bleibt unverändert

Bad Godesberg-Plittersdorf. (nfz) Der Chef ist da - und mit ihm viele Ideen. "Wie wollt ihr die Rohre streichen", fragt Frank Asbeck. "Wir dachten, weiß", gibt der Baustellenleiter zurück. "Macht sie gelb - gelb ist doch fröhlich."

Schauplatz des Dialogs ist das ehemalige Wasserwerk in Plittersdorf, demnächst Sitz der Holding der Solarworld AG. Ende des Jahres soll sie von ihrer derzeitigen Bleibe in der ehemaligen saarländischen Landesvertretung in die Rheinaue umziehen.

Überall wuseln und werkeln Handwerker. "Wir sind im Zeitplan", versichert Frank Asbeck, Vorstandschef des Konzerns. Für den Gründer des börsennotierten Umsatzriesens ist Zeit ein knappes Gut. Wenn er der Baustelle einen Besuch abstattet, heißt es für die Arbeitstrupps, den Bleistift parat zu halten. Alle 20 Meter fragt Asbeck nach, überlegt kurz, nickt ab oder präsentiert einen Änderungsvorschlag. Fest steht auf jeden Fall, welche Farben dominieren sollen: "Blau für Wasser, Gelb für Sonnenenergie".

Asbeck hat ein Faible für Gebäude mit Geschichte. Die vom Verfall bedrohte Villa Cahn in Plittersdorf ließ er restaurieren und wohnt jetzt selbst in dem Märchenschloss am Rhein. Ein altes Kino gehört ihm, nämlich das "Rex" in Endenich, ein anderes hätte er gerne erworben, nämlich das "Metropol", dazu noch die "Namen-Jesu-Kirche". Und jüngst hat der Unternehmer, wie berichtet, das Gelände der ehemaligen Film-Union samt Schloss Calmuth in Remagen erworben.

Erneuern und bewahren - das ist auch die Leitidee beim Umbau des ehemaligen Wasserwerkes. Das denkmalgeschützte Gebäude wird sich als eine Mischung aus Bürogebäude und Technikmuseum präsentieren. Das Design der sechziger Jahre in Gestalt von Glasbausteinen und Fliesen bleibt unverändert, vor allem aber wird Asbeck das Innenleben aus mächtigen Rohren, wuchtigen Betonpodesten samt Pumpen und gigantischen Filteranlagen stehen lassen. Die rund 30 Mitarbeiter der Solarworld-Holding werden dann an ziemlich ungewöhnlichen Arbeitsplätzen sitzen.

Zum Beispiel die Marketing-Fachleute der Solarworld AG. Die nehmen künftig in acht riesigen Stahltanks Platz, die in zwei Räumen unterbracht sind. Ursprünglich sechs Meter hoch, waren sie mit Aktivkohlefiltern bestückt. "Hier wurde das Wasser aus dem Rhein gefiltert", erläutert Asbeck, "wir haben die Filter ausgebaut und den oberen Teil der Tanks abgeschnitten." Was übrig bleibt, wird sandgestrahlt, farbig angestrichen und mit Fußbodenheizung versehen. Ihre Schreibtische erreichen die Mitarbeiter über eine kleine Treppe.