Flugplatz Hangelar: Luftüberwachung per Laserfernglas

Auf dem Flugplatz Hangelar: Flugleiter Michael Buchmann mit dem Laserfernglas.

Auf dem Flugplatz Hangelar: Flugleiter Michael Buchmann mit dem Laserfernglas.

Das neue Laserfernglas zur Kontrolle der Platzrunden am Flugplatz Hangelar ist eingetroffen, und drei Vermessungsingenieure - zwei vom Rhein-Sieg-Kreis und einer von der Stadt Bonn - werden seit einer Woche an dem Gerät geschult.

Beuel/Hangelar. Das neue Laserfernglas zur Kontrolle der Platzrunden am Flugplatz Hangelar ist eingetroffen, und drei Vermessungsingenieure - zwei vom Rhein-Sieg-Kreis und einer von der Stadt Bonn - werden seit einer Woche an dem Gerät geschult.

Das bestätigte am Montag der Betriebsleiter der Flugplatzgesellschaft, Jürgen Unterberg. Platzrunden sind standardisierte An- und Abflugrouten bei Flugplätzen, für die Sichtflugregeln gelten. Das Spezialgerät kommt laut Unterberg aus der militärischen Entwicklung und gibt es derzeit nur in der Schweiz zu kaufen.

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Die Anschaffung habe 20 000 Euro gekostet, sagte Walter Wiehlpütz, Abteilungsleiter für Verkehrs- und Fachplanung beim Rhein-Sieg-Kreis. Wie und ab wann das Hightech-Instrument zur Überwachung der Piloten eingesetzt wird, sei eine Entscheidung der Flugplatzgesellschaft und des Aufsichtsrats.

Eine Sprecherin der Stadt Bonn betonte, dass die Stadt nicht an dieser Maßnahme beteiligt ist: "Wir waren lediglich angefragt worden, ob es Mitarbeiter gibt, die sich schulen lassen wollen und diese Tätigkeit als Nebenjob ausüben wollen."

Das Fernglas hilft, die Entfernung der Flugzeuge, über Neigungswinkel und Winkelgrad ihre genaue Position festzuhalten und über einen elektronischen Kompass ihre exakte Flugbahn auf einer Karte zu dokumentieren, erläuterte am Montag Unterberg, der sicher ist, damit nachweisen zu können, dass es "absolute Ausnahmen" sind, die sich nicht an die neue Platzrunde halten.

"Uns war sehr daran gelegen, möglichst neutrale Personen für diese Tätigkeit zu gewinnen, um uns selbst abzusichern", so Unterberg. Er geht davon aus, dass das mobile Gerät, das in diesen Tagen auch schon auf dem "Kleinen Ennert" in Neu-Vilich getestet worden sei, in der "frühen Flugsaison, also ab März/April" des neuen Jahres zum Einsatz kommt.

Doch was geschieht mit jenen Piloten, die sich nicht an die Platzrunde halten? Unterberg: "In der Regel gibt es gute Gründe, wenn ein Pilot von dieser Route abweicht." Man werde jeden Piloten, der sich nicht an die vorgeschriebene Route hält, um eine Stellungnahme bitten. "Sollte er aus nichtigen Gründen die Route verlassen haben, werden wir ihn an die Bezirksregierung melden", so Unterberg.

Die Düsseldorfer Bezirksregierung ist für die Luftaufsicht zuständig. Der Flugplatz selbst könne nicht ordnungsbehördlich tätig werden. Davon abgesehen, seien die Ergebnisse des Laserfernglases nicht gerichtsfest. Gleichwohl drohen Piloten rein rechtlich bei Fehlverhalten Ordnungsgelder bis zu mehreren tausend Euro.

"Es hat aber nie auch nur einen einzigen Fall gegeben, dass mal eine Ordnungsstrafe verhängt worden wäre", so Werner Rambow, Fraktionssprecher der Beueler Grünen und stellvertretender Vorsitzender des Lärmschutzbeirats. Nach seiner Beobachtung hielten sich gerade mal ein Drittel der Piloten an die geänderte Platzrundenführung zwischen Geislar, Vilich und Vilich-Müldorf.

"Von dem neuen Gerät erwarte ich keine besonderen Erkenntnisse", so Rambow. Ihm wäre es lieber gewesen, die von der Stadt Bonn geforderten Lärmmessstationen einzurichten. "Damit hätten wir konkrete Messungen über die Lärmbelastung der Bevölkerung erhalten können.

Unterdessen hat Landesverkehrsminister Harry Voigtsberger die Bezirksregierung aufgefordert, "verbindliche Vorgaben für den luftrechtlichen Vollzug und die Anwendung ordnungsrechtlicher Mittel bei Abweichung von mehr als 150 Metern von der veröffentlichen Platzrunde zu machen". Übrigens: Stimmen, die in der geänderten Platzrunde einen Grund des kürzlichen Flugunglücks bei Meindorf sehen, widerspricht Unterberg ausdrücklich.