Erinnerung an Bücherverbrennung

Es fehlt noch viel Geld für das Mahnmal

BONN. Mit einem Mahnmal auf dem Marktplatz soll auch in Bonn demnächst an die Bücherverbrennung der Nazis am 13. Mai 1933 erinnert werden. Nächstes Jahr jährt sich der Tag zum 80. Mal und der Bonner Wolfgang Deuling wäre als Initiator froh, wenn das Mahnmal bis dahin umgesetzt werden könnte. Doch danach sieht es im Augenblick nicht aus.

Denn das Projekt, so hat der Rat in seiner Zustimmung festgehalten, soll angesichts der leeren städtischen Kasse aus Spendenmitteln finanziert werden. Etwa 50.000 Euro werden benötigt, doch bisher sind dem Kulturamt zufolge erst 3.755 Euro auf dem Spendenkonto der Stadt Bonn gelandet.

Die Verwaltung verhandelt darüber hinaus mit der Landeszentrale für politische Bildung über einen Zuschuss. Der Haken: Der fließt nur, wenn auch städtischerseits ein gewisser Eigenanteil bereitgestellt wird. Das Thema soll deshalb in die laufenden Haushaltsberatungen aufgenommen werden. Im Herbst will die Kulturverwaltung einen Vorschlag machen, wie es mit dem Mahnmal weitergeht.

Wenn es auch noch mit der Finanzierung hapert, so steht bereits fest, wie das Mahnmal aussehen soll. Der Entwurf stammt vom Künstlerduo Andreas Knitz aus Ravensburg und Horst Hoheisel aus Kassel: Über den Marktplatz sollen bronzene Lesezeichen mit Titeln und Namen der Autoren der von den Nazi verbrannten Büchern in das Pflaster verlegt werden. Vor der Rathaustreppe soll außerdem eine wetterfeste Büchertruhe eingelassen werden, in der Bücher aus der Bibliothek der verbrannten Werke aufbewahrt werden. lis