Erst Party, dann die Büffelei

4 500 junge Leute machen in der Beethovenhalle die Nacht zum Tag und feiern ihre Zulassungen zum Abitur

Bonn. Das hat die altehrwürdige Beethovenhalle bis dato selten erlebt: 4 500 Abiturienten und Freunde aus allen Bonner Gymnasien machten bei der "The Final"-Abiparty die Nacht zum Tag und feierten ihre Zulassung für die Prüfungen.

Dabei blieb es wieder einmal friedlich. "In acht Jahren gab es keine Alkoholleichen und nur eine kleine Schlägerei", sagte Veranstalter Roland Blask, der dieses Jahr mit der Party von der Bad Godesberger Stadthalle in die City gezogen war. "Die Türsteher waren total überrascht, dass sie überhaupt nichts zu tun hatten", so Blask nach der Party.

"Das ist einfach das Event, wenn man in der 13 ist", sagte Matthias (19) vom Hardtberg-Gymnasium (HBG), der mit 90 Mitschülern seinen letzten Tag als "normaler" Schüler feierte. Dabei trugen sie natürlich das Erkennungszeichen aller Abiturienten, das Polohemd mit dem jeweiligen Motto. Dieses Jahr lautete es am HBG "Abi Vegas 09". Aber, so versicherten die Schüler, es sei nur das Feier-Motto. Für die Klausuren werde gelernt und nicht um Noten gepokert.

Auf den verschiedenen Tanzflächen, auf denen von Schlager bis House und Elektro so ziemlich alles aufgelegt wurde, was tanzbar ist, zeigten sich die angehenden Akademiker gegenseitig ihre Kreativität. Das Collegium Josephinum watete mit dem bedeutungsschwangeren Spruch "Bacabi - 13 Jahre Ru(h)m" auf.

Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium konterte mit "AbituriEnten - Auf zu neuen Ufern", und die Prinzessinnen des Sankt-Adelheid-Gymnasium trugen Krönchen.

Natürlich wurde nicht nur präsentiert, sondern vor allem gefeiert. "Heute machen wir noch mal richtig Party, bevor die Lernerei los geht", sagte Robin Schmidt. Dann stehen bei dem 19-Jährigen Helmholtz-Gymnasiasten Sozialwissenschaften, Englisch, Mathe und Physik statt Disco und Abistreich auf dem Stundenplan.

Aber damit die ganze Party klappt, muss es auch Leute geben, die sie organisieren. "Im Sommer fangen die Planungen an", berichtet Blask, der 2002 die erste "Final" durchführte, dem Jahr seines Abiturs. In den zwei Wochen davor sei dann nur noch rödeln angesagt.

Security, die verschiedenen DJs, der Service und die Technik müssten unter einen Hut gebracht werden. Und während die Abiturienten schon von Effi Briest und Vektoren träumten, wurde bis acht Uhr morgens abgebaut. Aber nach der Party ist vor der Party: Nach den Prüfungen geht es für viele Abiturienten nach Lloret de Mar oder Palma de Mallorca.

BilddokuBilder von der Party