Ehemalige Diplomatenschule in Ippendorf hält sich wie sauer Bier

Seit mehr als zwei Jahren versucht der Bund das Gebäude am Gudenauer Weg zu verkaufen

Ippendorf. Wie sauer Bier bietet der Bund seit mehr als zwei Jahren die ehemalige Diplomatenschule an. Ohne Erfolg. Jetzt soll der Bau am Gudenauer Weg verkauft werden. Derzeit werde der Wert des Gebäudes festgestellt, sagte der Sprecher der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Guido Déus, dem GA auf Anfrage.

Parallel dazu werde die Immobilie in Kürze ausgeschrieben, so dass sich Interessenten bereits melden könnten. Nach Angaben von Déus wünscht sich die Stadt eine "Folgenutzung im Bildungs- oder Gesundheitssektor".

Ende 2005 war die Aus- und Weiterbildungsstätte (AFS) des Auswärtigen Amtes - so der offizielle Name - nach Berlin verlegt worden. Zuvor, seit 1972, wurden in der Bonner Diplomatenschule, die noch vor zwölf Jahren für sieben Millionen Euro saniert worden war, pro Jahr mehr als 100 Beamte auf ihre diplomatische Laufbahn vorbereitet.

Nach dem Umzug hatten mehrere Interessenten den Finger gehoben, um in die attraktive Immobilie einziehen zu können. Das Spektrum reichte von der Zivildienstschule bis zum Schulungszentrum der Bundeswehr. Spekuliert auf das Objekt hatte auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das dort die Vorbereitungsstätte für rund 100 Entwicklungshelfer einrichten wollte.

Doch das BMZ entschied sich 2002 für den Uhlhof in Bad Honnef. Zuletzt war die in Ahrweiler ansässige Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) als neuer Nutzer der Diplomatenschule im Gespräch. Doch auch dieser Plan platzte.

Nun steht also der Verkauf an. Und bevor der Vertrag unterschrieben ist, wird erfahrungsgemäß noch viel Wasser den Rhein runterfließen. Siehe ehemalige Villa von Willy Brandt, siehe alte Fahrbereitschaft des Bundestages, siehe Haus der Jugend am Haager Weg. Hier versucht der Bund ebenfalls, seine Bonner Immobilien an den Mann zu bringen. Mit mäßigem Erfolg.