Die letzte Haltestelle an der B 9 ist fertig

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit soll auch der Autoverkehr auf der "Diplomatenrennbahn" wieder flüssiger laufen.

Bonn. Man hatte sich schon so an den täglichen Stau auf der Adenauerallee und der Friedrich-Ebert-Allee gewöhnt. Doch nach zweieinhalb Jahren, in denen das Tunnelprojekt an der B 9 Zeit und Nerven gekostet hat, ist jetzt ein Ende der Bauarbeiten erreicht, und der Autoverkehr soll wieder flüssiger fließen.

Viele haben diesen Moment herbeigesehnt, sagte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch am Montag, als er die neue Haltestelle für die S-Bahn an der Ollenhauerstraße eröffnete. "Das Projekt hatte allen Beteiligten Fingerspitzengefühl abverlangt. Und den Autofahrern Geduld." Fristgerecht ist die neue Haltestelle entstanden, die nun einen Teil der neuen Bahnsteige überspannt - in derselben futuristischen Machart wie die drei Haltestellen weiter südlich.

"Mit der heutigen Inbetriebnahme schließen wir die seit 2005 laufende Modernisierung der Bahnstrecke entlang der B 9 ab", meinte Anja Wenmakers, Marketingleiterin der Stadtwerke Bonn. Insgesamt habe man seitdem 4 000 Meter Gleise und Fahrleitung sowie die Stellwerke und Bahnstromversorgung erneuert.

Jetzt ziehen erst mal die Bauarbeiter ab, bevor irgendwann der nächste Schritt ansteht - der Bau des neuen, dreispurigen Kreisverkehrs an der Bundeskunsthalle (siehe auch Artikel rechts): Für diesen "Trajektknoten" wird jetzt die Ausführungsplanung erarbeitet, dann soll die Ausschreibung laufen, sagte Tiefbauamtsleiter Werner Bergmann. Wann Baubeginn ist, konnte er nicht sagen. Klar ist dagegen schon, dass der künftige Kreisverkehr wegen der hohen Verkehrsbelastung mit Ampeln ausgestattet werde.

Zurück zur Haltestelle, deren graue Betonwände in den vergangenen Monaten schon zahlreich mit Graffiti beschmiert worden waren. Damit es für die vielen Gäste schön aussieht zur Einweihung, sind die Flächen am Tag vorher extra überstrichen worden. Pech dabei: Während ein Sicherheitsmann in der Nacht Wache auf dem Bahnsteig schob, um neue Graffiti zu verhindern, wurde sein Container besprüht, in dem er sein Baubüro hat.

Bezirksbürgermeister Helmut Kollig ließ deshalb in seiner Rede seinem Ärger freien Lauf und meinte: "Das ist keine Kunst, sondern eine absolute Schmiererei von irgendwelchen Knallköppen." Der SPD-Politiker hat an die Haltestelle, an der früher das Erich-Ollenhauer-Haus lag ("SPD-Baracke"), ohnehin schlechte Erinnerungen: "Hier bin ich mal angefahren worden."

Das Millionenprojekt an der B 9 Im Oktober 2008 begannen die Bauarbeiten, um den Stadtbahntunnel um 140 Meter nach Süden zu verlängern und eine 84 Meter lange Rampe für die Bahnen zu errichten. Dies war Voraussetzung dafür, dass künftig kurz hinter der Bundeskunsthalle (Marie-Kahle-Allee) ein neuer Kreisverkehr entstehen kann, über den der Autoverkehr das Bundesviertel besser erreichen kann.
13,8 Millionen Euro kostete das jetzt fertiggestellte Projekt, wovon das Land 90 Prozent übernimmt. Allein die neue Haltestelle Ollenhauerstraße mit ihrem Stahlgewölbe schlug mit rund zwei Millionen Euro zu Buche. Dort hält in der Hauptverkehrszeit alle vier Minuten eine Bahn (500 Fahrzeuge täglich), und es steigen laut SWB an jedem Werktag 5 000 Fahrgäste ein und aus.