Die Viktoriabrücke wird eineinhalb Jahre lang saniert

Die Arbeiten an Konstruktion, Fahrbahn und Gehwegen sollen im nächsten Jahr beginnen

Bonn. Sanierung der Kennedybrücke, Schneckentempo auf der Tannenbuscher Baustelle der A 565, an vielen Ecken offene Straßen wegen Kanal- und Leitungsbau: Die Liste der Baustellen in Bonn scheint kein Ende zu nehmen.

Mit der Wiedereröffnung des Koblenzer Tors ist zwar ein Nadelöhr verschwunden, das nächste kündigt sich aber bereits an: Die Viktoriabrücke weist etliche Schäden auf, die voraussichtlich ab 2007 behoben werden - anderthalb Jahre lang. Die Mängel kamen bei der Bauwerkshauptprüfung nach DIN 1076 ans Tageslicht; ein umfangreicher Brücken-TÜV, wie die Stadt mitteilt. Die Standsicherheit der Brücke sei aber nicht gefährdet.

Bereits im Sommer hatte das Tiefbauamt einen Gutachter für die Tests an der Brücke eingesetzt. Zuletzt waren im August in zwei Nachteinsätzen Brückenteile über der Bahnlinie geprüft worden. "Dafür musste der Zugverkehr unterbrochen werden", teilt Monika Frömbgen vom städtischen Presseamt mit.

Die Stadt will jetzt auch die Fahrbahnen und Gehwege erneuern. Die sind laut Tiefbauamt "versprödet und daher undicht". Später soll kein Regenwasser mehr in die Brückenkonstruktion eindringen können.

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen wird die Gesamtsanierung rund 1,45 Millionen Euro kosten. "Jetzt muss ein Sanierungskonzept erarbeitet werden", so Frömbgen. Anschließend könne die Ausschreibung für die Arbeiten vorbereitet werden. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet der Bau- und Vergabeausschuss.

Bei der Prüfung der Brücke wurden vor allem Verschleiß sowie durch Umwelteinflüsse verursachte Schäden am Korrosionsschutz der Stahlteile und an den Betonteilen festgestellt. Auch das Brückengeländer ist zum Teil stark verrostet.

Die heutige Viktoriabrücke wurde 1949 errichtet. Sie ersetzte die alte Brückenanlage, die 1944 während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben so stark beschädigt worden war, dass sie demontiert werden musste. Sie überspannt mit einer Länge von 94,50 Metern die Thomastraße, zwei Gleise der Stadtbahn und fünf Gleise der Deutschen Bahn.

Täglich fahren rund 34 000 Autos über die Brücke, so das Ergebnis der jüngsten Zählungen. Die Brücke besteht aus drei Feldern, wurde in den 60er Jahren zum Teil verbreitert und ist jetzt genau 18,68 Meter breit. Vor einigen Jahren wurden die Fahrspuren neu aufgeteilt. Es handelt sich um eine Trägerrostbrücke aus Stahl. Die zehn Stahlträger haben je eine Höhe von einem Meter.