Preisgekrönter Film

"Deutsch lernen ist cool"

Deutsch lernen ist cool: Die Vorsitzende des Integrationsrates Safye Temizel (r.) begrüßt die Kinder der Carl-Schurz-Grundschule, bevor der Film "Sprich mit!" gezeigt wird.

BONN. Der preisgekrönte Film "Sprich mit!" soll Einwandererkinder motivieren, die Sprache ihres neuen Heimatlandes zu erlernen.

"Mein Name ist Elias, ich bin neun Jahre alt, und ich bin hungrig und traurig." Der ausländische Junge murmelt das vor sich hin, während er in der großen und für ihn neuen Stadt Berlin seinen Vater sucht. Es sind die einzigen Worte auf Deutsch, die er beherrscht. Menschen wie der Breakdancer Yussuf und der Clown Richard, die er an diesem Tag getroffen hat, haben sie ihm beigebracht. Elias wohnt erst seit Kurzem in Berlin und hat seinen Vater beim Versteckspielen aus den Augen verloren.

Es ist der Inhalt des Kurzfilms "Sprich mit! Deutsch lernen ist cool!", der Anfang des Jahres fertiggestellt wurde und gleich den Hauptstadtpreis gewonnen hat. Am Montagvormittag wurde er in der Zentralbibliothek und acht Stadtteilbibliotheken sowie im Medienzentrum an der Riesstraße einem Publikum gezeigt, das in Elias' Altersgruppe ist. In der Stadtteilbibliothek Tannenbusch sahen rund 50 Schulkinder der Carl-Schurz-Grundschule den Film, und zu diesem Termin kamen auch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der Europa-Abgeordnete Axel Voss und der Produzent Christopher Zwickler.

Außerdem begrüßte Safye Temizel, die Vorsitzende des Integrationsrates, das junge Publikum. "Wie gut, dachte ich mir, als ich den Titel sah, dass mit dem Thema Deutsch lernen heute so offen umgegangen wird", sagte sie. Denn der Film "Sprich mit!" soll die Lust am Erlernen der deutschen Sprache bei Kindern mit Migrationshintergrund wecken.

Nimptsch erklärte den Kindern, was es mit dem Welttag der kulturellen Vielfalt auf sich hat, der am Dienstag weltweit begangen wurde. Und Zwickler beantwortete nach der Filmvorführung viele Kinderfragen, etwa die, aus welchem Land Hauptfigur Elias kommt. "Das haben wir bewusst offen gelassen, damit sich möglichst viele Kinder mit ihm identifizieren können." Er kündigte auch einen zweiten Teil an.

Ahmed (10) fand den Film, in dem kindgerecht auch das Alphabet und Zahlen erklärt werden, spannend und lustig. Und er konnte mit Elias mitfühlen. "Ich habe so was mal im Einkaufszentrum in Tannenbusch erlebt", sagte er. "Da habe ich meine Eltern aus den Augen verloren." In der Tannenbuscher Grundschule gebe es viele Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen, sagte Eduard (9).

Konrektorin Patricia Schultheis bestätigte das: "Es kommen immer wieder Kinder neu zu uns, die kein Deutsch verstehen." Dafür habe die Schule Deutsch als Zweitsprache im Regelunterricht aufgenommen. Lehrerin Yvonne Röber fand den Film gelungen. "Ich glaube schon, dass sich einige Kinder auch darin wiedererkannt haben."

Der Film kann ab sofort in allen Stadtteilbibliotheken ausgeliehen werden.