Der Kaiserpark

Beim Kaiserpark handelt es sich um den ältesten Teil des Bonner Stadtwalds. Die 49 Hektar mit 5,8 Kilometern Wanderwegen erstrecken sich auf dem Gebiet zwischen Venusberghang, St.-Marien-Hospital, Robert-Koch-Straße und Casselsruhe.

Dieser Höhenrücken bildet als nördlicher Ausläufer des Kottenforst-Plateaus den Übergang von der Haupt- zur Mittelterrasse des Rheintales. Das am weitesten sichtbare Wahrzeichen ist der 180 Meter hohe Sendemast.

Der Name Hauweg, der sich am Haager Weg befindet, zeigt, dass es sich um ein jahrhundertealtes Waldgebiet handelt - der schlechte Tonboden und die steilen Hänge waren für die Landwirtschaft ungeeignet. 1888 hat die Stadt aus dem Wald einen Park gemacht, was im Trend der damaligen Zeit lag und den bürgerlichen Charakter dieses Stadtteils mit vielen Villen und Gütern unterstrich. "Dafür fanden öffentliche Sammlungen statt", sagt Heimatforscher Helmut Uessem.

37 700 Mark kamen so zusammen, die Stadt Bonn stellte 30 000 Mark bereit. Danach gab es Probleme, die vielen Grundstücks~parzellen zusammenzuführen. "Ein ansehnliches Stück hatte der Rentner Leydl gestiftet." Er gehörte zu einer Baumeisterfamilie, die auch an der Errichtung des Alten Rathauses beteiligt war. 1890 baute man die Fußwege aus, 1897 wurden die aus Flanierwegen, Bänken und Hütten bestehenden Parkanlagen mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal vollendet, das Stadtbaumeister Rudolf Schultze entworfen hatte.

Durch den Park wurde der bis heute sichtbare Alte Fahrweg angelegt, der lange die einzige Zufahrt von der Stadt zum Venusberg und den dortigen Kasernen bildete. Im Laufe der Zeit verschwanden die Parkanlagen, in der Nachkriegszeit wurden viele alte Bäume zur Brennholznutzung geschlagen. Seit einigen Jahrzehnten werden die Wälder jedoch wieder gepflegt und aufgebaut.

Viele seltene Arten wie Orchideen finden im Kaiserpark ihren Lebensraum. Prägnant sind die alten Buchen. Sie sind wichtige Bäume und würden ohne menschliche Beeinflussung vorherrschen. "Eine 100-jährige Buche im Kaiserpark kann jährlich 700 Kilo Staub und Schadstoffe binden, 30 000 Liter Wasser speichern und den Jahresbedarf an Sauerstoff für 15 Menschen produzieren", sagt Stadtförster Stephan Mense. "In einem Hektar Buchenwald können 7 000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben, die meisten davon als Bodenlebewesen." Erreichbarkeit: Parkplatz Hauweg (neben dem Sendemast). Mit den Bussen 620, 626, 621 zur Haltestelle Marien-Hospital oder Casselsruhe. (bot)

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