"Das ist ein Objekt mit viel Potenzial"

Verein will als Pächter auftreten und sucht nun selbst einen Gastronomen für den Bonner Presseclub - Die Stadt will das Ergebnis abwarten und dann die Vertragskonditionen besprechen

Bonn-Gronau. Kommt der Kult-Treffpunkt von Journalisten und Politikern aus dem alten Bundes-Bonn noch einmal auf die Beine? Auch nach zwei Pächtern, mit denen es im Presseclub in der Heinrich-Brüning-Straße nicht klappte, ist der Verein Presseclub davon überzeugt, dass die Institution eine rosige Zukunft hat.

"Das ist ein Objekt mit viel Potenzial", sagt Hendrik Schott, Vorsitzender des Vereins Presseclub, im Hinblick auf die Arbeitsplätze im Bundesviertel, wo neben Post-Tower, Deutsche Welle und UN-Campus in zwei Jahren das Konferenzzentrum stehen soll. Deshalb sucht der Verein jetzt selbst einen Gastronomen, der das Objekt übernehmen möchte.

"Es gibt mehrere Interessenten, da sind auch bekannte Namen bei", bestätigte Schott dem GA, ohne konkreter werden zu wollen. "Wie die Sache ausgeht, ist aber noch offen." Der zurzeit leer stehende Presseclub ist nämlich ein problematisches Objekt, mit dessen Verpachtung die Stadt Bonn zweimal kein Glück hatte. Nach Gastronomin Marion Hauck warf auch ihr Nachfolger Hermann Josef Nolden das Handtuch; ein Grund dafür waren die hohen Betriebskosten.

Nun also versucht der Verein Presseclub, es besser zu machen und will selbst als Pächter auftreten. Schott schwebt dabei vor, dass die Stadt Bonn auf eine Pacht verzichtet und der Verein das Objekt an einen Gastronomen unterverpachten darf. Doch so weit ist es noch nicht.

Die Stadt will das Ergebnis der Bemühungen abwarten, mit dem Verein dann im Detail über die Konditionen verhandeln und sie den politischen Gremien präsentieren. Vorgabe der Liegenschaftsverwaltung ist es, dass "mindestens die Betriebskosten" an die Stadt gezahlt werden. Ursprünglich war als Frist Ende Februar vorgesehen, "aber wir brauchen zeitlich etwas mehr Luft", so Schott.

Die Alternative, dass die Stadt den Presseclub an den Bund zurückgibt, kommt dagegen nicht in Frage. Wie Amtsleiter Martin Krämer sagte, müsse die Stadt dann die Zuschüsse zurückzahlen, außerdem habe der Bund kein Interesse an einer Rückgabe signalisiert.

Eine Erneuerung der energieintensiven Heizungsanlage dürfte als Lösung ausscheiden. Nach Krämers Angaben müsste die Stadt 350 000 Euro für neue Heiz- und Klimatechnik investieren, wodurch die Energiekosten aber nur von 60 000 auf 50 000 Euro sinken würden.