Heimfall rechtskräftig

Das WCCB gehört jetzt der Stadt

BONN. Während vor dem Landgericht im Prozess um den WCCB-Bauskandal die Vergangenheitsbewältigung Bonn in Atem hält, hat man im Stadthaus vor allem die Zukunft des WCCB fest im Blick. Und hält seit Freitag das Projekt auch wieder in der eigenen Hand: Der Heimfall, die Rückübertragung des Areals samt Aufbauten an die Stadt, ist rechtskräftig.

"Auf Blatt 23396 des Grundbuches beim Amtsgericht Bonn ist mit Datum vom 11. Mai 2012 festgehalten, dass nun alle Eigentumsrechte auf die Stadt übertragen worden sind", lässt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gestern per Pressemitteilung verkünden. Damit ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Fertigstellung des WCCB genommen.

Der Preis war hoch: 8,5 Millionen Euro musste die Stadt dafür an WCCB-Insolvenzverwalter Christopher Seagon zahlen. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht. Für den Weiterbau benötigt die Stadt die Pläne, und für die verlangt Seagon weitere fünf Millionen Euro. Indes: Baut die Stadt wie geplant nur den Saal und verkauft das Hotel im Ist-Zustand, würde sich zumindest diese Summe auf eine Millionen Euro reduzieren. Offen ist allerdings, wie viele Millionen noch in den Bau gesteckt werden müssen.

Nach Papierlage soll das WCCB bis zu 80 Prozent fertiggestellt sein. Doch diesen von Seagon beauftragten sogenannten Leistungsfeststellungsstand-Bericht sieht inzwischen auch die Stadt angesichts der vielen verschwundenen Baumillionen eher mit großer Skepsis. Sie will nun in einem ersten Schritt einen Generalplaner beauftragen, um festzustellen, welche Bausubstanz da wirklich am Rhein steht.