Lehrerin Patricia Fehrle zur Praxis der Nachhilfe

"Das Lernen lernen"

Patricia Fehrle gibt seit 13 Jahren Nachhilfe.

27.02.2013 Wie sehr und worin brauchen Schüler heute zusätzliche Unterstützung? Die Nachhilfelehrerin Patricia Fehrle sprach über ihre Erfahrungen aus 13 Jahren Nachhilfe-Erfahrung.

Welche Fächer sind die Problemfächer?
Patricia Fehrle: An erster Stelle steht Mathematik, dann folgen Deutsch und Englisch.

Wann kommen Schüler zur Nachhilfe? Wenn alles zu spät ist oder bei der ersten Fünf?
Fehrle: In der Praxis erlebt man beides. Grundschüler zum Beispiel erhalten oft Hilfe, um sie fit für das fünfte Schuljahr zu machen. Viele Schüler benötigen in zwei Fächern eine Förderung, beispielsweise im Fremdsprachenbereich oder weil die Versetzung gefährdet ist. Schüler der Klassen zehn oder Abiturienten wollen mit Nachhilfe oft einen guten Abschluss erreichen.

Woran hapert es bei den Schülern? Ist ein Trend erkennbar?
Fehrle: Schüler müssen meist das Lernen lernen. Das bedeutet, dass sie für sich einen Lernplan erstellen, ihre Hausaufgaben strukturieren und auch Zeit zur Entspannung einplanen. In den Schulen bleibt oft wenig Zeit für die Festigung der Lerninhalte.

Wann raten Sie Eltern, ihren Kindern Nachhilfe zu geben?
Fehrle: Wenn das Kind Angst vor der Schule hat, bei Konzentrations- und Motivationsproblemen sowie natürlich bei dauerhaft schlechten Noten.

Stimmt es, dass schwächere Schüler G8 nur mit Nachhilfe schaffen können?
Fehrle: Generell nehmen mehr Gymnasiasten als Real- oder Hauptschüler Nachhilfe in Anspruch, die Erwartungen sind höher. G8 verstärkt diesen Druck. Dadurch benötigen vor allem schwächere Schüler mehr Nachhilfe, um die erhöhte Stoffmenge zu bewältigen.

Zur Person

Patricia Fehrle, 55, unterrichtet an einer Gesamtschule sowie einem italienischen Gymnasium und verfügt über eine 13-jährige Nachhilfe-Erfahrung. (Doris Pfaff)