Das Landesbehördenhaus wird erst 2008 verkauft

Bonner IVG-Konzern will zunächst prüfen, ob der geplante Neubau auch wirtschaftlich ist

Bonn. Für zwei attraktive Bürogebäude im Bundesviertel hat der Bonner Konzern IVG Immobilien AG bereits fertige Pläne in der Schublade - jetzt bereitet er den nächsten Coup vor: Der Haushalts- und Finanzausschuss des NRW-Landtags hat dem angestrebten Verkauf des Landesbehördenhauses an die Gesellschaft zugestimmt, wobei die sich ein Hintertürchen offen gelassen hat.

Denn genau genommen handelt es sich um eine Kaufoption. Konkret: Die IVG hat jetzt zwei Jahre Zeit, um mit Gutachten und Architektenwettbewerb zu prüfen, ob das Projekt "wirtschaftlich sinnvoll und vertretbar ist", sagte IVG-Sprecher Peter Müller am Montag dem GA. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, "werden wir die Kaufoption ausüben; andernfalls nehmen wir sie nicht wahr", sagte Müller.

In der Düsseldorfer Landesregierung heißt es, man habe "ein gutes Gefühl, dass das für beide Seiten gute Geschäft zustande kommt", zumal die IVG andernfalls eine Optionsgebühr zahlen müsste. Würde der Deal "unerwartet" platzen, müsste das Objekt erneut zum Verkauf ausgeschrieben werden.

Die AG beabsichtigt, das 35 Jahre alte Gebäude abzureißen und auf dem Areal Bürogebäude mit insgesamt 120 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zu erstellen. Vier Architektenteams sollen damit beauftragt werden, entsprechende Entwürfe zu erarbeiten. Das Polizeipräsidium, das derzeit noch in dem Betonbau untergebracht ist, zieht im kommenden Oktober in sein neues Domizil ein - auf dem ehemaligen Dahlienfeld in Ramersdorf.

Müller sagte, bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit komme es auch darauf an, ob man bereits vor Ablauf der Kaufoption verbindliche Verträge mit künftigen Nutzern abschließen könne. Dieses Verfahren gehört zur IVG-Geschäftsphilosophie. Und daher wurde auch noch kein Stein bewegt bei den beiden Projekten, die der Konzern an seinem Firmensitz Bonn realisieren will:

  • Artquadrat. Aus zwei Bauten besteht dieses 30 Millionen Euro teure Vorhaben hinter der Bundeskunsthalle: dem im Dezember 2003 fertiggestellten und in Betrieb genommenen Parkhaus mit 535 Einstellplätzen - und einem Gebäude mit 8 000 Quadratmeter Bürofläche. "Damit fangen wir erst an, wenn wir 40 Prozent vorvermietet haben", sagt Müller, der von "Verhandlungen im Hintergrund" spricht, die allerdings noch zu keinen konkreten Abschlüssen geführt haben.
  • Oval Office. Auch bei diesem Projekt gelte die 40-Prozent-Regelung, betont der IVG-Sprecher. Aus drei ovalen Bürogebäuden besteht das rund 100 Millionen Euro teure Ensemble an der Friedrich-Ebert-Allee und der Marie-Kahle-Allee, in dem etwa 2 000 Menschen arbeiten können. Bei der Vorstellung des Projekts am 30. Januar dieses Jahres sagte der damalige IVG-Vorstandsvorsitzender Eckart John von Freyend, die drei Baukörper könnten auch nacheinander errichtet werden. Je nachdem, wer wann dort einziehen möchte.