Kritik von Ulrich Kelber

Bundesbauten in Bonn stehen leer

BONN. Der Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) hat kritisiert, dass in Bonn etliche Bundesimmobilien leerstehen. Kelber stellte eine Anfrage an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) mit Bezug auf ein Gebäude an der Reuterstraße 231, das bis 2007 als Büro genutzt wurde.

"Obwohl das Haus in der Reuterstraße 231 nach dem Auszug verkauft werden sollte, ist bisher nichts passiert. Es gab auch keine Zwischennutzung", sagt Kelber. Mietausfälle, Betriebskosten und Abschreibungen belasteten die öffentliche Hand unnötig. Er bezweifele die Aussage der BIMA, dass durch den nun fünf Jahre andauernden Leerstand kein Wertverlust eingetreten sei. Die BIMA habe als Grund genannt, dass das Haus zusammen mit dem Nachbarhaus verkauft werden solle, das wiederum jetzt erst frei werde.

"In Bonn herrscht Wohnungsnot, und wir haben zu wenige Gewerbe- und Büroflächen. Solch eine Bummelei ist wirtschaftlich und stadtplanerisch nicht tragbar", sagt Kelber, der weiter nachforschte. Nach Auskunft der BIMA seien neben drei Bunkern noch andere Immobilien ungenutzt oder untervermietet.

Dazu zählen zum Beispiel ein knapp 12 000 Quadratmeter großes Grundstück in der Johanna-Kinkel-Straße, eine Immobilie an der Buschstraße 85 (366 Quadratmeter) sowie mehrere Häuser an der Adenauerallee (87a, 91, 91a und 93) mit insgesamt 1600 Quadratmetern Fläche.

Enttäuscht ist Kelber auch darüber, dass es mit der Entwicklung des Geländes der früheren Diplomatenschule in Ippendorf nicht weitergeht. Denkmalschutz und Schadstoffprobleme hätten potenzielle Nutzer abgeschreckt. "So eine große Fläche in attraktiver Wohnlage darf nicht brachliegen. Die BIMA muss Hürden aus dem Weg räumen und sich um eine schnelle Nutzung kümmern." koe