„MySchleppApp“

Bonner freut sich über Deal bei „Die Höhle der Löwen“

Bonn. Der Bonner Abschleppunternehmer Frank Heck hat – gemeinsam mit Partner Santosh Satschdeva – bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ einen Deal mit Carsten Maschmeyer ausgehandelt. "Besser hätte es nicht laufen können", freut er sich.

Mit seiner „MySchleppApp“ könnte der gelernte Karosseriebauer und Inhaber eines Pannen- und Abschleppdienstes in Bonn-Mehlem die Branche revolutionieren, glaubt zumindest Investor Carsten Maschmeyer. „Unser Ziel muss es sein, dass die Leute noch heute beim ADAC kündigen“, gab der deutsche Finanzunternehmer die Marschroute für die Geschäftsidee des Bonner Unternehmers vor.

"Unsere Idee war es, den Menschen eine Alternative zum Automobil-Club zu bieten. Da Abschleppdienste teilweise genauso einen schlechten Ruf wie Schlüsseldienste haben, wurde die Sache für unsere potenziellen Kunden transparenter und fair gestaltet", erklärt Frank Heck im Interview mit dem GA. Statt zwei bis drei Stunden müssten die Nutzer seiner App nicht länger als 25 bis 35 Minuten auf ein Abschleppfahrzeug warten. Die Kunden zahlen nur im Schadenfall - eine jahrelange Gebühr bei einem Automobil-Club fällt weg. Die Frage, die Heck sich stelllte: "Lohnt es sich überhaupt, so viel für eine Club-Mitgliedschaft zu zahlen? Wenn man sich mal fragt, wie oft man überhaupt eine Panne hat und einen Abschleppdienst benötigt, ist die Rechnung ziemlich eindeutig."

Der Einfall zu einer Abschlepp-App kam Heck schon vor einigen Jahren. Als Abschleppunternehmer kennt er sich in der Branche aus. Als er Co-Gründer Santosh Satschdeva kennenlernte, sprang dieser sofort auf seine Idee an. Satschdeva ist IT-Experte und besaß das Know-How, eine App zu entwickeln. Im Januar 2016 gründeten sie ihre Firma HESA Solutions mit Sitz in Köln. Santosh war für die Entwicklung der App zuständig, während Heck sich auf die Suche nach Partnern begab. Im Juli 2016 hatten Heck und Satschdeva schon 250 Abschleppdienste für ihr Projekt gewinnen können, inzwischen sind es über 500.

Überraschung bei den Gründern

Neben dem finanziellen Nutzen der "MySchleppApp" bietet auch die verkürzte Wartezeit bei einer Panne einen Vorteil. Indem die Nutzer direkt per App zu den Abschlepppartnern vermittelt werden, fällt der Umweg über ein Call Center weg. Ziel ist laut Heck, "das größte Partnernetz Deutschlands aufzubauen." Zwischen 1500 und 2200 Abschlepppartnern ist alles möglich, meint er.

Viel Lob gab es von allen Löwen für den Pitch des 44-Jährigen. Drei Investoren waren zwar nicht die richtigen Partner für Heck und Satscheva, doch am Ende kam es zu einer Einigung. Nachdem der Bonner Unternehmer Frank Thelen zunächst 100.000 Euro Risikokapital für 25% geboten hatte, erhöhte Maschmeyer auf 125.000 Euro für 25%, woraufhin Thelen gleichzog. Die Gründer fragten, ob beide Investoren sich auch zusammentun würden. Thelen und Maschmeyer boten 150.000 für 40%. Das war Heck zu viel. So entschieden sich die zwei dann für Maschmeyer alleine.

"Dass wir gleich mehrere Angebote bekamen und sogar einen Investor für uns gewinnen konnten - besser hätte es nicht laufen können", meint Heck. Mit so viel positivem Zuspruch für seine App hatte er nicht gerechnet. Heck und Satschdeva verfolgten die Sendung am Dienstag in ihrer Firma in Köln, gemeinsam mit Freunden, Bekannten und Kollegen. Mit Hilfe des Risikokapitals wollen die Gründer der „Pannenhilfe per Klick“ jetzt expandieren.

2015 landete das Bonner Modelabel "Von Floerke" einen Deal in der Höhle der Löwen. Gründer David Schirrmacher konnte mit dem Kapital seinen Umsatz vervielfachen. Der ehemalige Telekom-Baskets-Profi Andrej Mangold suchte mit Partnern in der Sendung nach Kapital für "Das Kaugummi". Den angebotenen Deal mit Ralf Dümmel nahm das Trio aber nicht an.

Das komplette Interview mit Gründer Frank Heck lesen Sie hier.