Bonner Kreisverband versammelte sich zum Tag der Heimat

Vertriebene fordern Gedenktag

Beuel. (kkp) Die Wut in den Worten war nicht zu überhören: "Wir Vertriebenen haben die dauernden anmaßenden Belehrungen satt!", rief Hans-Günther Parplies, Bonner Kreisvorsitzender des Bundesverbandes der Vertriebenen, im Beueler Rathaus, der Politik zu.

Zum Tag der Heimat hatten sich dort die Mitglieder des Kreisverbandes und ihre Gäste versammelt. Scharf griff der Vorsitzende in seiner Rede zum offiziellen Motto "Heimat ist Menschenrecht" die deutsche Außenpolitik an: Aus Bequemlichkeit habe sie sich dazu hinreißen lassen, "die Opfer - nämlich die deutschen Heimatvertriebenen - zu Störenfrieden und lästigen Buhmännern zu brandmarken und auszugrenzen."

Die Medien wiederum hätten lediglich "gedanken- und schamlos die Ostblockpropaganda übernommen und im Westen verbreitet." Jetzt aber seien die Vertriebenen "in der Mitte der Gesellschaft der Bundesrepublik angekommen", konstatierte er und bekräftigte die zentralen Anliegen des Verbandes an die deutsche Politik: Die Einführung eines nationalen Gedenktages zum Gedenken an die Vertreibung der Ost- und Sudetendeutschen und die Einrichtung eines Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin.

Gerade das Zentrum gegen Vertreibungen aber wird seit langem kontrovers diskutiert. Besonders Polen und Tschechien fürchten, Deutschland wolle damit seine eigene Schuld relativieren und Täter zu Opfern stilisieren, eine Angst, die viele deutsche Politiker sehr ernst nehmen und manche sogar teilen.

Diesen Einwand aber will Parplies nicht gelten lassen: Ziel des Zentrums sei es, die Wahrheit zu dokumentieren, "auch wo es für die Politik bequemer sein mag, sie unter den Teppich zu kehren."